Gegen die Einsamkeit

Anzeige
Ingrid Runge, Edith Resler, Heidi Haß, Brigitte Dietze, Frauke Wommelsdorf und Heinrich Tiedemann (v.l.) vom ASB-Team Foto: kg

ASB organisiert Besuche bei Senioren. Weitere Helfer sind willkommen

Jenfeld Immer mehr Menschen leben in Hamburg allein. Darunter viele junge Singles, die noch nicht die passende zweite Hälfte in der Großstadt gefunden haben, aber auch viele Senioren, die entweder ihren Partner schon verloren haben oder nie verheiratet waren. Auch die eigenen Kinder helfen nicht immer gegen die Einsamkeit im Alter. Oft müssen junge Familien aus beruflichen Gründen in andere Städte umziehen und die eigenen Eltern dann zurücklassen. „Was bleibt, ist die Einsamkeit und oft auch die Verzweiflung“, weiß Heidi Haß von der Jenfelder ASB-Sozialstation, die jetzt eine Nachbarschaftshilfe für die Stadtteile Jenfeld und Tondorf organisiert hat. Ehrenamtliche Helfer besuchen im Rahmen dieses Programms ältere Menschen im Viertel, lesen ihnen vor, gehen mal zusammen ein Eis essen oder hören einfach den vielen Geschichten zu, die alte Menschen aus ihrem langen Leben zu erzählen haben.

„Was bleibt, ist die Einsamkeit und oft auch die Verzweiflung“ Heidi Haß, ASB

„Davon profitieren nicht nur die Senioren“, berichtet Heidi Haß, die schon oft von den Ehrenamtlichen bestätigt bekam, dass diese Hilfe am einsamen Menschen beide Seiten glücklich macht. „Man hat einfach eine richtig sinnvolle Aufgabe“, meint die Mitarbeiterin im Team des ASB. Alle Senioren, die sich allein fühlen und neben der häuslichen Unterstützung durch den Pflegedienst noch ein wenig Gesellschaft haben möchten, können sich bei der ASB-Sozialstation melden und werden dann mit einem Helfer zusammengebracht. Für die Senioren ist der Besuch der Ehrenamtlichen völlig kostenlos und auch die Freiwilligen bekommen kein Geld für ihr Engagement. Mitbringen müssen diejenigen, die daran interessiert sind, ältere und einsame Menschen im Stadtteil zu besuchen nur eine Portion Menschenliebe und ein wenig freie Zeit. Die Pflegekräfte, die sich um die körperlichen Belange der Menschen kümmern, hätten, laut ASB-Team, einfach nicht genug Spielraum bei den Betreuungszeiten, um einmal eine ganze Stunde lang nur für ein Gespräch vorbei zu kommen. Heidi Haß ist dann beim ersten Kontakt zwischen Helfer und Hilfesuchenden dabei und sucht auch schon vorher die Paten und Senioren aus, die zusammenpassen könnten. „Wichtig ist, dass die Chemie stimmt“. Für die Freiwilligen gibt es vom ASB zunächst ein Einführungsgespräch und später auch die Möglichkeit, an Fortbildungen teilzunehmen. Zurzeit gibt es in Jenfeld acht Paare, die sich regelmäßig begegnen. Die Resonanz sei überwältigend, so Haß. Die Besucher erfahren viel Dankbarkeit von den Senioren und für die Alleinlebenden geht der Traum von ein bisschen mehr Gesellschaft in Erfüllung. „Der erste Schritt heißt Mut fassen und bei uns anrufen“, weiß Heidi Haß. „Der Rest geht dann ganz von allein“. (kg)

ASB Sozialstation, Nachbarschaftshilfe, Denksteinweg 32, Telefon: 66 51 52, Termine Montag bis Donnerstag, 8 bis 18 Uhr, Freitag, 8 bis 17 Uhr und nach Absprache
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige