Gegen Mobbing im Netz

Anzeige
Safer Internet Day mit Aydan Özoǧuz am Gymnasium Marienthal Foto: Glitz

Wandsbeker SPD-Bundestagsabgeordnete Özoǧuz spricht mit Schülern

Von Rainer Glitz
Marienthal
„Wer hat denn alles ein Smartphone?“, fragt die SPD-Politikerin Aydan Özoğuz. Fast alle Schüler der 6 c melden sich. Eine halbe Stunde hat sich die Staatsministerin und Wandsbeker Bundestagsabgeordnete Zeit genommen, um in der Schülerbibliothek des Gymnasiums Marienthal über Sicherheit im Internet zu sprechen. Dienste wie WhatsApp, Facebook oder Instagram nutzen die Schüler regelmäßig. Und dabei kommt es offenbar auch zu unangenehmen Situationen. Sie habe von einem Unbekannten eine Anfrage zu einem Treffen bekommen, berichtet ein Mädchen. Sie habe die Nachricht schnell gelöscht. Eine Mitschülerin erzählt, sie sei zwei Tage lang ständig von einem Anrufer genervt worden. Ihre Mutter habe daraufhin die Handynummer gesperrt. Einige Jungen berichten über angeblich kostenlose Downloads von Spielen oder Musik, die plötzlich doch etwas kosten sollten. „Mir hat jemand ganz abartige Sachen beschrieben“, sagt eine Schülerin der 6c. „Ich werde als Politikerin ständig auf Facebook beschimpft“, antwortet Aydan Özoğuz. Sie lösche solche Einträge, trotzdem bleibe ein schlechtes Gefühl. Über ihre Erfahrungen würden sie auch gern im Unterricht sprechen, sagen die Gymnasiasten aus Marienthal. „Wir sollten uns in einem Jahr wieder treffen und noch einmal darüber reden“, schlägt die SPD-Politerin vor. Die Aussagen der Sechstklässler decken sich mit Zahlen der EU-Initiative „klicksafe“. Demnach haben 92 Prozent der Jugendlichen ab 12 Jahren ein Smartphone. Aus Angst, etwas zu verpassen, checken sie ihr Handy im Schnitt 27 Mal pro Tag. Und: Mehr als ein Drittel hat schon Erfahrungen mit Cyber-Mobbing gemacht, also mit boshaften Behauptungen, mit denen sie im Netz „fertig gemacht“ werden.
„Wir haben jedes Jahr Mobbingfälle, seit einiger Zeit vor allem über das Internet“, sagt Schulleiterin Christiane von Schachtmeyer. Betroffen seien vor allem die Schüler der sechsten bis achten Klassen: „Die Älteren sind da schon viel abgeklärter, die Anfänger aber machen teils schmerzhafte Erfahrungen.“
Am Gymnasium Marienthal werde Cybermobbing offen angesprochen – mit Tätern, Opfern und Mitläufern. Am Ende stünden eine Entschuldigung und Wiedergutmachung, dazu Vereinbarungen zwischen Täter und Opfer und bei schweren Fällen disziplinarische Konsequenzen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige