Geld her – Platz leer

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Seit 1. April zahlen Pendler für Park+Ride am U-Bahnhof-Berne Gebühren. Die Nutzung sank seitdem deutlich Foto: mdt

P+R-Anlage in Berne seit Anfang April kostenpflichtig

Von Marco Dittmer
Bern
e Gähnende Leere auf dem Parkdeck: Nach der Einführung der Gebühren am 1. April an der Park+Ride-Anlage in Berne bleiben nach wenigen Tagen viele Parkplätze leer. Das Wochenblatt sah sich jede Anlage im Bezirk Wandsbek nach der Umstellung an. Das Bild ist immer wieder das Gleiche: verlassene Parkplätze und wütende Autofahrer.

Trend flächendeckend


Noch vor der Umstellung bekamen Pendler, die in Berne vom Auto in die Bahn umsteigen wollten, nach 9 Uhr kaum einen Parkplatz – nun haben sie freie Auswahl. Bei einem Besuch an einem Werktag in der vergangenen Woche ist auf dem unteren Parkdeck fast die Hälfte der Stellplätze frei, oben sieht es ähnlich aus.
Das Problem ist seit der Einführung im Juli 2014 bekannt. Viele Pendler weichen mit der Umstellung auf Parkplätze in der Nachbarschaft oder auf noch kostenlose Anlagen aus, manche fahren wieder mit dem Pkw in die Innenstadt. Auch in Rahlstedt, wo mit 353 Parkplätzen am Doberaner Weg und mit 260 Plätzen am Meiendorfer Weg Wandsbeks größte Anlagen stehen, bleiben seit Monaten viele Parkplätze frei (das Wochenblatt berichtete).
Beim Anblick der leeren Parkhäuser zweifeln auch viele Pendler an dem Sinn der Gebühren. „Ich denke, dass das der falsche Weg ist, den öffentlichen Nahverkehr zu fördern. Jetzt werden wieder mehr Menschen überlegen, mit dem Auto in die Stadt zu fahren“, sagt Dieter Ohnesorge, Pendler aus Ahrensburg. Der 59-Jährige nutzt die Anlage regelmäßig für Termine im Zentrum.

„Nicht nur Pendler“


Heino Vahldieck, Geschäftsführer der P+R-Betriebsgesellschaft, bestätigt den Trend: „Wir hatten bisher an allen umgestellten Anlagen einen deutlichen Rückgang der Auslastung.“ Der Grund dafür seien aber nicht nur Pendler, die anderswo kostenlos parken, sondern vielmehr Fremdparker, die die P+R-Flächen bisher kostenlos nutzten, ohne den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen.
Mittlerweile sind 15 Anlagen an zehn Haltestellen kostenpflichtig. Sie waren zuvor modernisiert worden. Sie haben Qualitätsstandards wie Notrufeinrichtungen, Videoüberwachung, Beleuchtungsanlagen und Mobilfunkempfang. Bis 2017 sollen alle Hamburger P+R-Anlagen gebührenpflichtig werden. Die stadteigene Betreibergesellschaft der P+R-Anlagen will jährlich mindestens 700.000 Euro durch die Parkgebühren einnehmen, um so alle Parkhäuser auf einen modernen Standard zu bringen.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.04.2015 | 14:59  
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