Geldstrafe für Hausmeister

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Symbolfoto

Er hatte laut feiernde Christen bedroht. Gericht: „Kein Grund auszurasten.“

Wandsbek/Tonndorf Leise ist es nicht, wenn die Mitglieder der Love-Chapel-Gemeinde, eine freie evangelische Glaubensgemeinschaft, ihre Gebetsnächte abhalten. Die Mitglieder der Gemeinde stammen aus Ghana oder anderen afrikanischen Staaten. Aber auch aus Deutschland stammende Christen sind darunter. Es wird laut gesungen und gebetet. Der Gottesdienst wird häufig mit Trommelmusik begleitet.

Zu den späten lauten Gottesdiensten treffen sich die Mitglieder der Love-Chapel-Gemeinde in einem Bürogebäude im Gewerbegebiet an der Ahrensburger Straße 162. Dort stört der Lärm eigentlich niemanden – nur Hausmeister Holger B. (50), der im Gebäude wohnte, reagierte angefressen. Er war furchtbar genervt von der Musik und den lauten Gesängen. Mehrfach soll er die Mitglieder der christlichen Gemeinschaft wegen des Lärms bedroht haben.

Am 28. Februar 2014 eskalierte es. Der Hausmeister lief mit einer mit Kraftstoff gefüllten Flasche und einem Lappen durch das Treppenhaus und soll gerufen haben: „Ihr sollt alle brennen!“ Gemeindemitglied Kolja V. aus Hamburg: „Ich lag im Andachtsraum mit dem Kopf zum Altar, um so zu einer engen Beziehung zu Gott zu kommen. Da trat der Hausmeister herein. Er war sehr betrunken und drohte sinngemäß: Wenn ihr nicht leise seid, dann töte ich euch!“

Wenig später rochen die Gemeindemitglieder Benzin im Treppenhaus. Aus einer Toilette kam Qualm. Die Gemeindemitglieder, darunter mehrere Kinder, flüchteten aus dem Gebäude. Als die Polizei kam, war das Feuer schon von alleine ausgegangen. Größeren Sachschaden gab es nicht. Die Beamten nahmen den betrunkenen Hausmeister in seiner Wohnung fest.

Ruhestörung


Jetzt musste sich Holger B. vor einem Schöffengericht des Amtsgerichts Wandsbek verantworten. In seiner Einlassung erklärte er: „Ich war furchtbar wütend. Der Lärm ging am Wochenende manchmal bis 6 Uhr früh. Das hat mich kaum schlafen lassen.“ Trotzdem kein Grund, um so auszurasten. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 600 Euro. (je)
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