Geständnis im Fall Höltigbaum-Mord

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Manuela M.: Ich wollte Karl-Heinz K. nicht töten. Urteil fällt am 28. August

Rahlstedt. Mordfall Höltigbaum – einfach nur gruselig. Am 7. Oktober vergangenen Jahres fand ein Hobby-Fotograf in dem Rahlstedter Naturschutzgebiet den abgetrennten Arm des ehemaligen HVV-Busfahrer Karl-Heinz K. (85). Die Polizei stellte schnell fest, dass er möglicherweise von seiner Schwiegertochter in spe, der kräftigen Bauarbeiterin Manuela M. (46), ermordet wurde.
Vor dem Hamburger Landgericht legte die Angeklagte in der vergangenen Woche ein Geständnis ab. Sie habe Karl-Heinz K. nur einen Denkzettel „verpassen“ wollen, erklärt sie. Töten wollte sie ihn nicht. Immer wieder in Tränen ausbrechend schildert sie dann, wie Karl-Heinz K. starb, wie sie seine Leiche zerstückelte und wie ihr Verlobter Ralf K. (42), der Sohn des Opfers, half, die Leichenteile in dem Naturschutzgebiet abzulegen.
Manuela M. und Ralf K., beide drogenabhängig, waren 2010 in das Haus von Karl-Heinz K. in der Bargteheider Straße eingezogen. Sie wohnten in dem ehemaligen Kinderzimmer von Ralf K.; der alte Herr lebte in der oberen Etage. Die Tat geschah am 9. September. Ralf K. befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Therapieeinrichtung auf Fehmarn. Er wollte dort entgiften.
Manuela M.: „Fünf Wochen habe ich alleine bei Karl-Heinz in Rahlstedt gewohnt. Er hat ständig mit mir gemeckert mich beleidigt. Am Tattag kam er in die Küche und sagte: Es gibt Frauen, die sind zu blöde, um eine Spülmaschine aufzufüllen. Das konnte ich noch ertragen. Aber dann versetzte er meinem Rauhaardackel Pluto einen Tritt. Schließlich schubste er mich gegen den Küchentisch, so dass ich zu Boden fiel.“
Dem Gericht erklärt sie: „Ich war zweimal verheiratet. Beide Ex-Männer haben mich schlimm verprügelt. Damals hatte ich mir geschworen, mich nie nie wieder von einem Mann schlagen zu lassen.“ Manuela M., ausgebildete Judo-Kämpferin, verfolgte den alten Mann auf der Treppe, nahm ihn in einen Kreuzwürgegriff. Manuela M.: „Nach ein bis zwei Sekunden lief er blau an und brach zusammen. Da wusste ich, jetzt war etwas Schreckliches passiert.“
Nachdem sie festgestellt hatte, dass der alte Mann tot war, rief sie ihren Freund auf Fehmarn an: „Du, Ralf, es ist etwas Schlimmes passiert. Dein Vater ist tot.“ Ralf: „Was soll daran schlimm sein?“. Manuela M.: „Ich habe ihn gewürgt!“ Daraufhin versprach er, ihr bei der Beseitigung der Leiche zu helfen. Er wies sie an: „Besorge Frischhaltefolie und Chlor!“
Ralf K. brach seine Therapie in Fehmarn ab und erschien am Nachmittag des nächsten Tages in Hamburg. Manuela M.: „Dann haben wir gleich mit der Zerteilung losgelegt. Er saß dabei auf dem Sofa und gab mir Anweisungen.“
Für seine Verlobte hatte Ralf K. eine Knochensäge, einen Fuchsschwanz und ein Steakmesser besorgt.“ Manuela M.: „Er hatte früher bei den Skinheads gelernt, wie man Leichen entsorgt. Nach seinen Anweisungen entfernte ich den Kopf, die Arme und die Beine von dem Körper. Schließlich sollte ich auch noch das Gemächt abtrennen.“ An den nächsten Tagen entsorgten sie die Leichenteile im Naturschutzgebiet Höltigbaum. Manuela M.: „Ich war in einer Ausnahmesituation. Deswegen habe ich alles mitgemacht. Ich wünschte, ich hätte die Kraft gehabt, mich den Anweisungen von Ralf zu widersetzten.“
Das Urteil soll am 28. August gesprochen werden. (je)
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