Gewerbe statt Erdbeeren

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Das Erdbeerfeld in Großlohe soll Gewerbeansiedlungen weichen Foto: kg

Hamburg und Stormarn planen „Viktoriapark“

Von Karen Grell
Großlohe
Erst zur vergangenen Stadtteilversammlung in Großlohe gab es Ärger wegen des Freibades im Stadtteil, dessen Weiterführung zwar für die kommenden Jahre noch gesichert ist, aber wohl nicht dauerhaft im Viertel bestehen wird. Jetzt stand das Erdbeerfeld zur Diskussion. „Uns soll wohl alles genommen werden“, so die Besucher der Stadtteilsitzung. Die Großloher sind aufgebracht, wenn es um ihren Stadtteil geht, denn sie lieben ihr Quartier gerade wegen der unmittelbaren Lage an den Feldern und dem vielen Grün vor Ort. Ab dem 13. Juni sollen bereits die Planungsentwürfe für das länderübergreifende Gewerbegebiet „Viktoriapark“ (B-Plan 131) ausliegen, das Hamburg und Stormarn hier planen. Die Besucher der Stadtteilsitzung sind sich an diesem Abend sicher: „Wo schon geplant wird, wird am Ende auch gebaut“. Ein Schreckensszenario für alle, die hier gern weiterhin Erdbeeren pflücken wollen, anstatt den Verkehr großer Lkw rollen zu hören. Gerade Großlohe ist nach Meinung vieler Anwohner ein benachteiligter Stadtteil, dem mit den aktuellen Planungen auch noch das letzte Stückchen Natur genommen werden soll. Ekkehard Wysocki (SPD Rahlstedt) betonte, dass die Planungen noch von den Bürgern im Stadtteil eingesehen und bewertet werden könnten. Tanja Fechner, die stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Großlohe ist vor Jahren ganz bewusst in den Stadtteil gezogen, denn sie hat sich gerade „in die Vielseitigkeit und die Nähe zur Natur sofort verliebt“. Mit einer spontan eingerichteten Internetseite gegen den Bau des Victoria-Parks (facebook – victoriaparknein) wollen betroffene Anwohner jetzt ihrem Unmut Ausdruck verleihen. Die Pläne seien laut Aussagen von Anwohnern nicht neu, sondern schon rund zehn Jahre alt, jetzt aber konkreter als je zuvor. Am kommenden Montag soll den Bürgern der Bebauungsplan vorgestellt werden, wobei das Thema der Verkehrsanbindung dabei noch gar nicht berücksichtigt werde. Zu den Betrieben, die angesiedelt werden sollen, gab es zur Stadtteilsitzung unterschiedliche Aussagen: Zum einen war von einem Containerumschlag die Rede, andererseits wurde betont, dass hier keine Logistikunternehmen, sondern produzierende Betriebe angesiedelt werden sollten. Die Fragen rund um den Erhalt des Erdbeerfeldes bleiben somit weiterhin in der Schwebe, ähnlich wie bei der Angst um das Freibad. Schon einmal hatte sich der Stadtteil Großlohe erfolgreich gegen den Ausbau des Ring 3 ausgesprochen und auch jetzt wollen die Großloher zusammenhalten und für das Grün vor ihrer Haustür kämpfen.

Öffentliche Plandiskussion zum Entwurf des B-Plans Rahlstedt 131 (Stapelfelder Straße) und Änderung des Flächennutzungsplans und Landschaftsprogramm am Montag, 13. Juni, 18 Uhr, in der Grundschule Großlohering 11. Die Unterlagen können bis Freitag im Bezirksamt Wandsbek, 4. Stock, Am Alten Posthaus 2 eingesehen werden
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