„Ghettos mit Ansage“

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So berichtete das Wochenblatt über die geplanten Wohnungen im Jenfelder Elfsaal Repro: wb

CDU kritisiert Wohnbaupläne für Flüchtlinge. Anwohner beklagen mangelnde Information

Bezirk Wandsbek Mit einer Schweigeminute gedachten die Abgeordneten der Bezirksversammlung der Opfer der Terroranschläge von Paris. Dann ging es einmal mehr um den Bau von 800 zusätzlichen Wohnungen für Flüchtlinge in Wandsbek. Zahlreiche Anwohner der vier geplanten Standorte Poppenbüttel, Hummelsbüttel und Jenfeld waren in den Bürgersaal gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Vor allem die Informationspolitik des Bezirkes wurde in der öffentlichen Fragestunde kritisiert. Dann tauschte die Bezirkspolitik die mittlerweile bekannten Argumente erneut aus. Die CDU sprach von einer massiven Verletzung des Baurechts in Jenfeld. Insgesamt versage Rot-Grün in der Flüchtlingspolitik, es würden „Ghettos mit Ansage“ geschaffen. SPD und Grüne verteidigten ihr Konzept dagegen als richtigen Weg. Man versuche weiterhin, Unterbringungen gerecht auf alle Stadtteile zu verteilen.
„Bei den Notunterkünften sind wir völlig bei Ihnen“, betonte CDU-Fraktionschef Eckard Graage. Hier gehe es aber um feste Bauten, die das Bild der Stadt auf viele Jahrzehnte verändern würden. Seine Partei wolle kleine Standorte mit höchstens 120 Bewohnern. „Wo sollen denn die Flächen dafür herkommen?“, entgegnete Oliver Schweim von den Grünen. Die zusätzlichen Wohnungen müssten bis Ende 2016 fertig sein, die Architektur sei deshalb weniger wichtig als etwa die verkehrliche Anbindung. „Die neuen Sozialwohnungen kommen letztlich allen in Hamburg zugute“, betonte Rainer Schünemann von der SPD. Es müsse schnell gebaut werden, es könne deshalb nur ein Mindestmaß an Bürgerbeteiligung geben. Rot-Grün beantragte deshalb, in Hummelsbüttel, Poppenbüttel und Jenfeld Workshops mit Anwohnern durchzuführen. Neben Informationen soll es dabei darum gehen, Ideen und Forderungen der Menschen vor Ort zu sammeln. Die Bürger sollen so in die Planungen einbezogen werden, um die Akzeptanz zu erhöhen. Der Antrag wurde mit der rot-grünen Mehrheit angenommen. (rg)
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Klaus Risser aus Hummelsbüttel | 25.11.2015 | 11:00  
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