Gott sei Dank(eskirche),...

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Die Dankeskirche ist ein sachlicher 60er-Jahre-Bau Foto: Christa Möller
 
Ein Schild des Fördervereins Foto: Christa Möller

...dass der Förderverein seit zehn Jahren hilft. Eine Jubiläumsbilanz

Von Christa Möller
Rahlstedt
Gudrun Jantzen und Reinhard Piening sind gern im Keller. Denn der ehemals düstere Jugendkeller dient seit zehn Jahren, hell und freundlich gestaltet und mit neuen Stühlen und Einbauküche versehen, unter anderem dem Förderverein Dankeskirche als Versammlungsort, ist aber auch sonst beliebter Treffpunkt an der Dankeskirche in Hohenhorst, seitdem die Räumlichkeiten im Erdgeschoss zum Kindergarten umfunktioniert wurden. Morgens findet hier an der Kielkoppelstraße 51 Sozialarbeit statt, nachmittags stehen diverse Angebote für Senioren auf dem Programm, Computerkursus, Gymnastik-, Französisch, Italienisch und Malen. Auch die Ghanaer kommen gern hierher zu den Treffen ihrer evangelischen „Word of Faith Outreach Ministeries“-Kirche.

Vor Abriss bewahrt


„Es hat sich hier sehr verändert. Der Hof wird jetzt von Zäunen geprägt“, sagt Gudrun Jantzen, die im gerade neugewählten Vorstand als Beisitzerin aktiv ist. Die Zäune grenzen den Außenbereich des Kindergartens sowie die benachbarten Wohnungen ab. Denn das Gemeindezentrum der Dankeskirche, zwischen 1966 und 1969 nach Plänen des Architekten Friedrich Grundmann erbaut, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die beiden Pastorate dienen heute als Jugendwohnungen des Rauhen Hauses. Auf dem Gelände des früheren Kindergartens soll Wohnraum für junge Mütter geschaffen werden. Hintergrund: „Die Kirche ist in einer nicht einfachen Situation“, erklärt Gudrun Jantzen. Bis 1999 war die Gemeinde eigenständig, dann folgte aus finanziellen Gründen die Fusion mit der benachbarten Trinitatis-Kirchengemeinde. Beide gehören der Markuskirchengemeinde Hohenhorst Rahlstedt-Ost an, deren Kirchengemeinderat damals überlegte, den Standort Dankeskirche aufzugeben - wegen sinkender Besucherzahlen, hoher Heizkosten und einer maroden Bausubstanz. Doch die Schließungspläne mobilisierten zahlreiche Gemeindemitglieder, nachdem Rahlstedt-Ost auch ansonsten nicht mehr viel zu bieten hatte. „Es kann nicht sein, dass man hier so ein soziales Zentrum einfach dichtmacht“, formuliert der neu gewählte 2. Vorsitzende Reinhard Piening (neue Vorsitzende ist Susanne Wiese. Den Vorstand komplettieren Ingrid Goewe als Kassenwartin und Margret Weber als Beisitzerin) den Hintergrund des sich formierenden Protestes vor zehn Jahren. „Der Förderverein wurde 2004 gegründet und ist auch ganz fix aktiv geworden. Es entstand die Idee, die Betriebskosten zu übernehmen, um den allgemeinen Haushalt zu entlasten.“ Es folgte eine schwere Zeit für beide Seiten. „Der Kirchenvorstand hat sich schwer getan, das Anliegen des Fördervereins ernst zu nehmen“, erinnert sich Reinhard Piening. Hauptamtliche Ressourcen sind praktisch gar nicht vorhanden: Längst gibt es an der Dankeskirche kein Gemeindebüro mehr, Ehrenamtliche erledigen diese Arbeit von der Trinitatiskirche am Halensering 6 aus. Außerdem haben sich zwei ehrenamtliche Küsterkreise gebildet. Und nur noch zwei Pastoren, Wiebke Meers und Johannes Calliebe-Winter, betreuen die insgesamt 6.000 Gemeindemitglieder. Alle zwei Wochen ist Gottesdienst in der Dankeskirche, wo der Schwerpunkt auf Familiengottesdiensten und Schulgottesdiensten liegt, während in der Trinitatiskirche Jugend- und Konfirmandenarbeit im Vordergrund steht. Inzwischen konnten die Kosten gesenkt und wieder Rücklagen gebildet werden.
Der Förderverein Dankeskirche hat inzwischen 200 Mitglieder, die meisten zahlen mehr als den Mindestbeitrag von 1,50 Euro pro Monat. Immerhin 168.000 Euro hat der Förderverein seit seiner Gründung für die Kirchengemeinde aufgebracht. Seither kommen wieder mehr Gottesdienstbesucher regelmäßig, außerdem locken Konzerte und Ausstellungen in die Kirche, deren Innenraum von einem prägnanten Stahlkreuz im Querformat beherrscht wird.
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