Griff nach den Sternen

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Dichter dran: An Bord der speziellen Boeing 747 wird eine Luke geöffnet, die den Blick frei macht Fotos: wb/ks

Hamburger Lehrer blickt mit Super-Teleskop ins Weltall

Von Klaus Schlichtmann

Hamm In wenigen Tagen ist es soweit. Dann hebt Dr. Matthias Hünsch ab und kommt den Sternen ganz nahe. Der Mathe- und Physiklehrer am Gymnasium der Wichern-Schule des Rauhen Hauses ist einer von bundesweit vier Pädagogen, die am „Sofia“-Programm teilnehmen. Er ist der erste Hamburger bei dieser Mission hoch oben.

„Sofia“ steht für Stratosphären-Observatorium für Infrarot- Astronomie – ein Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der NASA. Der 52-jährige Lehrer aus Groß Borstel wird am 17. und 18. Mai zusammen mit seinen Kollegen in Palmdale (Kalifornien) an Bord einer umgebauten Boeing 747SP gehen und jeweils für zehn Stunden auf eine Höhe von 12.000 bis 14.000 Metern steigen. Auf dieser Flughöhe und mit einer Geschwindigkeit von 800 km/h wird dann eine Luke geöffnet und gibt den Blick für ein spezielles Teleskop frei.
„In dieser Höhe werden die Beobachtungen im All nicht von Wasserdampf und Kohlendioxid gestört“, erklärt Hünsch. Und: das Super-Teleskop ist durch seine Infrarot-Strahlung in der Lage, die Gas- und Staubwolken zwischen den Sternen in der Milchstraße zu durchdringen und die darin verborgenen Himmelskörper sichtbar zu machen. Hünsch: „Im besten Fall können wir Zeugen bei der Entstehung eines neuen Sternes werden!“
Hintergrund für die Lehrer-Mitflüge bei „Sofia“ ist die Förderung der naturwissenschaftlichen Fächer in den Schulen. Denn in Deutschland ist das Interesse der Schülerinnen und Schüler an diesen Fächern nicht besonders ausgeprägt – trotz hervorragenden beruflichen Chancen für ausgebildete Fachkräfte.

Nebenbei an der Sternenwarte aktiv

An der Wichern-Schule wird sich das sicher ändern, wenn der Astrophysiker Hünsch von seiner Sternen-Mission erst einmal zurückkehrt und seinen Schülern im Astronomiekursus über die aufregende Exkursion berichtet.
Auch privat greift Hünsch gerne nach den Sternen. Außer seiner Lehrer-Tätigkeit ist er in der Bergedorfer Sternwarte freiberuflich engagiert. Hier beobachtet er auch regelmäßig mit seinen Schülern den abendlichen Sternenhimmel. Und an dem gibt es bei guter Sicht auch vom Boden aus einiges zu entdecken.
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