Grüne Energie für Jenfeld

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Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, GETEC-Vorstand Gerhard Andres und Staatsrat Michael Sachs (v.l.n.r.) beim Richtfest

Richtfest bei Heizhaus für Neubauquartier

Von Rainer Glitz
Jenfeld. Der Kubus aus großen, weißen Mauersteinen ist noch etwas schmucklos. An einem Kran hängt der Richtkranz, nach einem traditionellen Spruch der Handwerker wurde er hochgezogen. Das Heizhaus ist damit das erste neu errichtete Gebäude auf dem 20 Hektar großen Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne. Es wird ein modernes Blockheizkraftwerk eingebaut, das die Jenfelder Au mit Öko-Energie versorgen soll. „Mit dieser hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und dem Einsatz von Grüngas leisten wir einen wichtigen Beitrag für eine umweltfreundliche und zukunftsorientierte Energieversorgung“, sagte Gerhard Andres, Vorstand des Magdeburger Energiedienstleisters GETEC beim Richtfest. Die Anlage läuft mit Bio-Erdgas und ist bei einem Wirkungsgrad von 90 Prozent nahezu klimaneutral.

Energiekosten sinken

GETEC baut für die Jenfelder Au ein komplett neues, nach neuesten Standards gedämmtes Fernwärmenetz. Das Blockheizkraftwerk wird dann bereits laufen, so die Planungen. Die Firma GETEC verspricht den künftigen Bewohnern besonders niedrige Energiepreise. Mit dem maßgeschneiderten Konzept hat sich das Magdeburger Unternehmen in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt.
„Die innovative Energieversorgung in der Jenfeld Au ist ein Leuchtturmprojekt“, erklärte Thomas Ritzenhoff, Leiter des Bezirksamtes Wandsbek. Das Quartier in wunderbarer Umgebung und mit guter Infrastruktur werde so noch mehr Lebensqualität bieten. „Ich wünsche dem Pilotprojekt in Jenfeld viel Erfolg“, sagte Michael Sachs, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Das Quartier werde neue, junge Bewohner anziehen. Von besonderer Bedeutung sei die Tatsache, dass hier eine ehemalige Kasernenfläche neu genutzt werde, so Sachs. In der wachsenden Stadt Hamburg sei es immer schwieriger, Bauflächen zu finden. Dennoch sei die Bauoffensive des Senates erfolgreich. Die Zahl der Baugenehmigungen sei auf jährlich 8.000 erhöht worden. „Vielleicht schaffen wir sogar 9.000 Wohnungen“, so Staatsrat Sachs.
In das neue Netz wird auch Wärme aus dem „Hamburg Water Circle“ eingespeist. Dieses Abwasserkonzept soll durch Gärung Energie aus Toilettenabwässern gewinnen.
Am Montag wurde mit den Baumaßnahmen des innovativen Abwassersystems begonnen. Das 12 Millionen Euro Projekt soll das Abwasser der künftigen Bewohner filtern und in einer nahegelgenen Biogasanlage zur Energiegewinnung aufbereiten.
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