Grünes Kleinod in der Stadt

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Das Naturschutzgebiet Höltigbaum ist ein grünes Kleinod in der Stadt.
 
Werner Jansen gehört zu den Naturschützern, die sich für das Naturschutzgebiet Höltigbaum engagieren. Fotos: Christa Möller

Naturschutz am Höltigbaum

Von Christa Möller
Rahlstedt. Seit 1998 betreut die Stiftung Naturschutz das ehemalige Bundeswehrübungsgelände Höltigbaum. Die fast 800 Hektar Fläche, auf denen teilweise Rinder und Schafe weiden, werden von Mitgliedern mehrerer Vereine ehrenamtlich gepflegt. Zwei, drei Mal die Woche ist auch Werner Jansen vom Naturschutzbund Deutschland jeweils für einige Stunden hier beschäftigt: „Es gibt immer etwas zu tun.“ Birken und Weiden müssen regelmäßig entfernt werden, um den Charakter des Geländes, das zu etwa einem Drittel aus Wald und zu zwei Dritteln aus Wiesen und Trockenrasen besteht, zu wahren. Regelmäßig werden Führungen angeboten. „Es ist eines der schönsten Gebiete, die wir hier haben“, findet nicht nur Werner Jansen. Das eiszeitlich geprägte Naturschutzgelände lockt neben Spaziergängern auch Radfahrer, Skater, Mountain Biker und Reiter an. „Es gibt bestimmte Regeln, es darf nicht geangelt werden, Hunde müssen angeleint sein“, erläutert er. Gegebenenfalls weist er Hundebesitzer darauf hin. Für die Vierbeiner ist eine Hundeauslauffläche am Eichberg ausgewiesen.
In einigen Bereichen sorgen Rinder und Schafe dafür, die Flächen niedrig zu halten. „Die offene Landschaft bietet vielen Insekten einen guten Lebensraum“, erklärt Jansen. Darunter sind Käferarten, die auf der Roten Liste für bedrohte Tiere stehen. „Aufgrund von Ausgleichsmaßnahmen (Bahnbrücke Dassauweg) wurden von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg eine Vielzahl neuer Teiche im Gebiet angelegt. Der Kammmolch als gefährdete Art und andere Amphibien sollen dadurch mehr Lebensraum bekommen. Außerdem trägt es zu einer Bestandsverbesserung der Libellen bei. Wir haben im Gebiet gefährdete Arten wie die Gebänderte Heidelibelle, Kleine Pechlibelle, südliche Binsenjungfer – nur um einige Arten zu nennen.“ Unter den Schmetterlingen gebe es gefährdete Arten wie zum Beispiel den Braunen Feuerfalter und das Blutströpfchen-Widderchen. 
Aber auch Pflanzenkundler können hier außergewöhnliche Exemplare entdecken, beispielsweise auf der Orchideenwiese, und andere nicht ganz so häufig anzutreffende Pflanzen: „Die Botaniker freuen sich über die Besenheide, Englischen Ginster, Gerg-Sandglöckchen, Weißes Labkraut, Kleines Habichskraut  und andere Pflanzen, die trockenen, möglichst nährstoffarmen Boden benötigen.“
Am Sonntag, 23. September, ist von 11 bis 16 Uhr „Höltigbaum-Tag“, ein „Familienfest für Höltigbaum-Kenner und Einsteiger“. Natur- und Umweltschutzverbände stellen sich auf einem Markt der Vielfalt vor dem „Haus der Wilden Weiden“ am Eichberg 63 vor. An diesem Tag bietet Werner Jansen eine Wanderung auf die circa 40 Meter hohen Müllberge an: „Von dort hat man einen traumhaften Blick auf die Umgebung und die Türme der City“, verspricht der Naturschützer. Start ist um 10 Uhr am Haus der Wilden Weiden. Veranstalter des Höltigbaum-Tages sind die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Vereine Weidelandschaften, Naturschutzbund Hamburg, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Jordsand sowie die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg, der Bezirk Wandsbek und der Kreis Stormarn.

Weitere Infos unter http://www.haus-der-wilden-weiden.de
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