Grundschule in der Lienaustraße geschlossen

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Kaum war die letzte Schulglocke verklungen,stand schon der Umzugswagen im Schulhof an der Lienaustraße Foto: tel

Die Schule am Bramfelder Dorfplatz nutzt künftig die Stadtteilschule

Von Michael Hertel
Bramfeld/Berne
„Ziemlich unspektakulär“, so Beteiligte, lief am Mittwoch, dem letzten Schultag vor Beginn der Sommerferien, der Abschied von der Schule in der Berner Lienaustraße ab. „Es gab das übliche Feriensingen der Kinder, die vierten Klassen wurden verabschiedet, der Abschied vom Standort nur beiläufig erwähnt“, berichtet Elternvertreterin Hilke Mellin (34). Kaum war das letzte Pausenklingeln verklungen, fuhr auch schon der Umzugswagen auf den Schulhof, um die ersten Kisten an den Hauptstandort der Schule Karlshöhe zu transportieren. Damit endete (zunächst) die Geschichte des 1929 errichteten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes von Fritz Schumacher – zumindest als Schulgebäude. Das Resümee von Hilke Mellin: „Ich glaube, die Schulbehörde macht einen Fehler, wenn sie die kleineren Stadtorte schließt. Aber über die Wirtschaftlichkeit kann man diskutieren. Es bleibt aber anzumerken, dass wir Eltern den Umgang der Behörde mit uns als unterirdisch empfunden haben.“ Gebäude und Grundstück hat die Schulbehörde inzwischen an die Finanzbehörde zurückgegeben. Wie es damit weitergeht, konnte die Behörde auf Anfrage des Wochenblatts noch nicht mitteilen. Abschied genommen wurde auch in der Schule am Dorfplatz in Bramfeld: Dort fand die Feier, organisiert von den Elternvertretern, auch mit ehemaligen Schülern und Lehrern, schon einige Tage früher statt. Nach Fusion und Umorganisation wurde zum Schuljahresende die Grundschule im Zentrum Bramfelds geschlossen und zum Hegholt verlegt. Nicht unbedingt zur Freude aller Eltern: Betroffen davon waren neben den ausscheidenden Viertklässlern mehr als 60 Kinder, die zukünftig zum Teil längere Schulwege zu absolvieren haben. Martin Schliemann vom Elternrat hätte es lieber gesehen, wenn der Grundschul-Standort am Bramfelder Dorfplatz erhalten geblieben wäre. Als Schulstandort bleibt der Dorfplatz allerdings erhalten. Hier sind künftig die Klassen 7 bis 13 der Stadtteilschule Bramfeld untergebracht, während am Hegholt von der Vorschule, über die Grundschulklassen 1 bis 4, bis zu den Klassen 5 und 6 der Stadtteilschule unterrichtet werden. Der Schulstandort kann auf eine rund 300-jährige Geschichte zurückblicken. Landesherr Dänenkönig Christian IV. hatte bereits 1736 eine Schulordnung erlassen, wonach jedes Kind in seinem Land eine Schule besuchen sollte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, Bramfeld gehörte inzwischen zu Preußen, stieg die Zahl der Einwohner stark, so dass ein neues Schulhaus – als Keimzelle des heutigen Schulstandortes – gebaut werden musste. Das alte denkmalgeschützte Backsteinhaus steht noch heute am Dorfplatz, nach einer Grundsanierung schmucker denn je, wird aber seit 1979 nicht mehr als Schule genutzt.
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