Grundstein statt Richtfest

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Die Kinder legen selbst Hand an für den Neubau

Trotz Lieferverzögerung wird 567.000 Euro teurer Jugendtreff nach Ferien starten

Von Rainer Glitz
Hohenhorst

Zwischen Sandhaufen und Pfützen sind zwei Zelte aufgebaut, Kinder der benachbarten Schule Potsdamer Straße sitzen auf Bänken, es gibt Kuchen und Getränke. Neugierig beobachten sie, was auf der großen viereckigen Betonplatte passiert. Dort sieht man bereits den aus weißen Ziegeln gemauerten Grundstein und eine Röhre aus Kupfer. „Wir wollten heute eigentlich Richtfest feiern, aber das Haus fehlt“, begrüßt Manfred Gans, Geschäftsführer von Quadriga, Träger des künftigen Jugendzentrums, die Gäste. Es habe eine unerwartete Verzögerung gegeben, und deshalb seien die vorgefertigten Teile des Holzhauses noch in Niedersachsen. Und so feiert man in Hohenhorst eben einfach die Grundsteinlegung.
„Wir brauchen Helfer“, rief Manfred Gans und ein Dutzend Kinder meldet sich spontan. Zunächst kommen eine Tageszeitung und eine Papierrolle mit Wünschen der Kinder in den Kupferzylinder, der dann zugelötet wird. Die kleinen Helfer legen die „Zeitkapsel“ in den Hohlraum auf der
Betonplatte. Mit frischem Mörtel mauern sie ihn zu und klopfen symbolisch drei Mal mit einem Hammer darauf. Dann sind die Helfer entlassen und können Kuchen essen.
„Wir sind hoch erfreut, dass es mit dem Neubau endlich geklappt hat. Das ist eine Anerkennung für die Arbeit im Stadtteil“, betont Quadriga-Chef Gans und dankt Bezirk und Politik. 567.000 Euro kostet das neue Gebäude, das der Jugendgruppe Grunewaldstraße künftig 220 Quadratmeter Platz bietet. Das Jugendzentrum heißt nun „Triangel“ statt vormals „Get-to“ und soll bereits nach den Ferien in Betrieb gehen.

„Letzter Baustein“

„In den letzten Jahren ist viel passiert im Stadtteil“, erklärt Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff. Der benachbarte Hohenhorst-Park sei neu gestaltet worden, ein Spielplatz entstand, dazu das Haus am See und der Jugendtreff Trollhaus. „Das ist jetzt der letzte Baustein in Hohenhorst“, so der SPD-Politiker. Der Neubau wird einen Hauptraum mit Sofa und Kickertisch haben, eine Küche mit Durchreiche, ein Büro, einen Rückzugsraum und natürlich eine Toilette. Hauptzielgruppe der offenen Jugendarbeit sind acht- bis zwölfjährige Kinder. Es soll eine enge Kooperation mit der Schule Potsdamer Straße und einen direkten Zugang geben. „Wir haben jetzt endlich richtige Möglichkeiten“, freut sich Roman Zillmer, Leiter des künftigen Jugendtreffs. Im provisorischen Container betreuen Zillmer und seine Kollegen derzeit 30 Stammnutzer: „Künftig werden es aber sicher mehr werden!“, sagt er.
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