Hamburg: Container am Holstenhofweg

Anzeige
Das Thema interessiert die Anwohner: Die Aula des Gymnasiums Marienthal war gut besucht Fotos: rg

Neue Erstaufnahme für 300 Flüchtlinge. Behörden informieren Bürger

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Wir stoßen nicht immer auf große Begeisterung, aber Hamburg muss auf die steigenden Flüchtlingszahlen reagieren“, begrüßt Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff die interessierten Bürger in der Aula des Gymnasiums Marienthal. Es gehe nicht um das „ob“, sondern das „wie“, so der SPD-Politiker und weiter: „Wir wollen nicht, dass Menschen in Zelten übernachten müssen, das ist unwürdig und unmenschlich“.
Jeden Monat kämen derzeit 600 bis 800 neue Flüchtlinge in die Stadt, erläutert Johanna Westphalen, Leiterin des Einwohnerzentralamtes. Künftig werde es sechs Zentrale Erstaufnahmestellen geben: In Mitte, Harburg und eben in Wandsbek.

Perfekter Standort

Die Fläche am Holstenhofweg liegt zwischen dem Gymnasium und der ehemaligen Sporthalle schräg gegenüber der Helmut-Schmidt-Universität. Die Bauzäune stehen bereits. Es sollen vier große zweistöckige Blöcke zum Wohnen entstehen, zwei Verwaltungseinheiten, eine Kantine, eine Schule und eine Kita – alles aufgestapelt aus mehr als 200 Containern. „Damit sich dieser Aufwand lohnt, sind rund 300 Plätze nötig“, erklärt Karen Jäger von der Innenbehörde. Die Entscheidung für die Fläche am Holstenhofweg sei leicht nachzuvollziehen. Sie gehört der Stadt, ist groß genug, es gibt Versorgungsanschlüsse und die Lage sei günstig, so Jäger. Das Gelände werde eingezäunt, ein Wachdienst rund um die Uhr im Einsatz sein. Mitte Dezember sollen die ersten Flüchtlinge in die neue Erstaufnahme in Marienthal für jeweils drei Monate einziehen. Hier werden sie erfasst, medizinisch untersucht und versorgt. „Schulpflichtige Kinder bekommen ab dem ersten Tag Unterricht“, sagt Melanie Anger vom Träger fördern & wohnen. Dazu kommen eine halboffene Kinderbetreuung, Sprach- und Nähkurse für die Erwachsenen.

„Wir stoßen nicht immer auf große Begeisterung, aber Hamburg muss auf
die steigenden Flüchtlingszahlen reagieren“ Thomas Ritzenhoff


Die Marienthaler konnten Fragen stellen. Die meisten Flüchtlinge kämen derzeit aus Syrien, erfahren sie. 14 Mitarbeiter, darunter fünf Sozialarbeiter, kümmern sich um die Flüchtlinge. Darunter seien auch viele Migranten, die Türkisch, Russisch oder Arabisch sprechen. Die ZEA solle maximal drei Jahre bestehen. Einige Bürger beschweren sich, dass sie zu spät informiert worden seien. Es gibt aber auch spontane Hilfsangebote. Wann kann warme Winterkleidung gespendet werden, wie können wir als Nachbarn helfen?
Am Ende der Veranstaltung wird eine Liste mit E-Mailadresse herumgereicht, in den sich künftige ehrenamtliche Helfer eintragen können. Auch über einen Runden Tisch in Marienthal wird nachgedacht.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige