Hamburg: Die Väter der Schützengilde

Anzeige
Die Gründerväter der Schützengilde Meiendorf im Jahr 1956 Foto: Archiv AK Geschichte Rahlstedt,
 
Schießtraining im  Schützenhof Rahlstedt

Meiendorfer Verein feiert 60-jähriges Bestehen. Festumzug am Sonntag

Von Reinhard Meyer
Hamburg. 250 Jubiläumsjahre in Meiendorf: Zu den „Jubilaren“ zählt neben dem MSV – 65 Jahre - und der FF Meiendorf – 125 Jahre - die Schützengilde Meiendorf mit 60 Jahren. Sie feiert dieses Jubiläum am 21. Juni standesgemäß mit dem Königsball im Stapelfelder Hof und am 22. Juni traditionsgemäß mit einem festlichen Schützenumzug durch das geschichtlich-dörfliche Herz von Meiendorf.
Zum Festumzug gehören eine Reihe von Schützenabordnungen anderer Vereine, drei Spielmannszüge, kurzum rund 300 Gäste sowie zwei Meiendorfer Feuerwehrfahrzeuge und Oldtimer. Start und Ziel: Deepenhorn, Beginn 13 Uhr.Am 14. Juli 1954 gründeten 14 angesehene Meiendorfer Landwirte und Jäger die Schützengilde Meiendorf im Meiendorfer Mühlenhof als Männerverein zur „Erhaltung des Schützenbrauchtums“. Heute gehören 42 Mitglieder zur Gilde, darunter 14 Frauen. Was bewegt angesichts dieser Entwicklung die Meiendorfer Sportschützen heute?
Dazu der Vereinsvorsitzende Oliver Neske: „Technische Veränderungen zeigen sich auch im Schießsport. Die elektronische Messung überträgt die Schießergebnisse sofort auf den Computermonitor. Und es gibt zusätzliches Equipment zur genaueren Visierung.“ Werner Schumacher, von seiner langjährigen Zugehörigkeit zur Gilde erfolgreichster Sportschütze, weist aber auch auf die Mitgliederentwicklung hin. Die Mitgliederzahl erreichte Ende der achtziger Jahre eine kritische Grenze. Die Männer diskutierten sehr heftig die Frage, ob Ehefrauen und Freundinnen als gleichberechtigte „Schützinnen“ aufgenommen werden sollten. Die Entscheidung dafür nennt Werner Schumacher heute einen „Glücksfall“.
Frauen hätten eine letztlich unerklärbare besondere Eignung für den Schießsport. „Dieser Wandel ist das Beste, was dem Schützenwesen passieren konnte“, so Oliver Neske. Zu den sportlichen Aktivitäten der Gilde gehören das vierzehntätige Training mit Kleinkaliberwaffen im Schützenhof Rahlstedt, die Austragung von Vereins-, Kreis-, Hamburg- und Deutschlandmeisterschaften. Dazu kommen Rundenwettkämpfe mit anderen Vereinen und Pokalwettbewerbe. Die Meiendorfer Sportschützen sind mit ersten oder vorderen Plätzen immer wieder sehr erfolgreich. Es gibt entweder einen Schützenkönig oder – Gleichberechtigung pur – eine Schützenkönigin. Sie vertreten die Schützengilde bei Besuchen anderer Vereine und organisieren das jährliche Hubertusessen - zur Erinnerung an den Schutzpatron der Jäger. Die Schützentracht bleibt bei den Herren grün, bei den Damen bordeauxrot. Werner Schumacher zu den Vorzügen des Schießsports gegenüber anderen Sportarten: „Wenn die Sehkraft es zulässt, kann man diesen Sport bis ins hohe Alter betreiben.“
„Wann immer ich mich beim Schießen konzentriere, fallen alle Belastungen von mir ab“, ergänzt Vorstandsmitglied Gaby Neske. Die Schützengilde Meiendorf ist eine stark verjüngte, lebendige und offene Gemeinschaft von engagierten Männern und Frauen. „Wer sich für den Schießsport interessiert – die Ausbildung zum Sportschützen bekommt er bei uns“, lädt Neske ein. (rdm)

Route des Schützenumzugs am Sonntag, 22 Juni: Deepenhorn - Nordlandweg- Islandstraße - Lofotenstraße -  Saseler Straße - über B75 Dassauweg Hofstückenweg  über B 75 Grönländer Damm - Nordlandweg - Deepenhorn
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige