Hamburg: Energie aus Deponie-Gas

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Die Müllberge am Hagenweg haben bereits Millionen Kubikmeter Methan abgegeben Fotos: rg

Neues Heizkraftwerk verwertet Abfallprodukte

Von Rainer Glitz
Hamburg. Vor 40 Jahren begann der Betrieb der Mülldeponie am Hagenweg. Bis 1982 wurden Hausmüll, Sperrmüll sowie Boden und Bauschutt abgelagert. Es blieben die beiden charakteristischen Müllberge. Sie sind bis heute eingezäunt, Schilder warnen vor offenem Feuer. Aus gutem Grund: In den mittlerweile zugewachsenen Hügeln entstehen gewaltige Mengen Gas.
Seit 1989 hat die Mülldeponie bereits über 42 Millionen Kubikmeter Deponiegas mit einem Heizwert von etwa 206 Millionen Kilowattstunden abgegeben. Dies erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat.
Die Menge nimmt ständig ab, es wird aber noch 20 bis 30 Jahre Gas austreten. Seit 25 Jahren wird es in 87 Brunnen abgesaugt. Ab 2006 wurde damit auf dem Gelände der Druckerei Broschek im Bargkoppelweg in Meiendorf ein Blockheizkraftwerk mit 160 kW elektrischer Leistung betrieben. Doch vor einem Jahr meldete Broschek Insolvenz an, das kleine Kraftwerk wurde stillgelegt. Für das Deponiegas gab es damit keine Verwendung mehr, es wurde kontrolliert abgefackelt. „Deponien stehen weltweit an sechster Stelle der klimaschädlichen Methanproduzenten. Das Abfackeln konnte insofern nur eine vorübergehende Notlösung sein“, so Ole Thorben Buschhüter, der für die SPD im Umweltausschuss der Bürgerschaft sitzt. Mehr als 400.000 Kubikmeter Gas mit einem theoretischen elektrischen Energiegehalt von 1.211.000 Kilowattstunden wurden sinnlos verbrannt. Jetzt hat die Stadtreinigung auf dem ehemaligen Deponiegelände ein neues Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 150 Kilowatt errichtet. Seit Mitte Mai läuft das Blockheizkraftwerk im Probebetrieb. Nach Auswertung der Betriebsdaten soll es ab Herbst dauerhaft betrieben werden, heißt es in der Senatsantwort weiter. In einem Verwertungskonzept sollen auch noch die Möglichkeiten für die Verwertung der erzeugten Wärme geprüft werden. „Die Wiederaufnahme der energetischen Verwertung des anfallenden Deponiegases ist sehr zu begrüßen“, sagte Ole Thorben Buschhüter. In der Summe könnten so alle gasförmigen Emissionen der Deponie praktisch neutralisiert werden. Im Umfeld der Deponie werden Grundwasser und umliegende Gewässer überwacht. Relevante Emissionen seien bislang nicht festgestellt worden, so der SPD-Abgeordnete.
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