Hamburg: Für ein Stück Menschlichkeit

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Die Träger des Sozialpreises im Bürgersaal Wandsbek

Sozialpreise für Freundeskreis Seniorenhilfe Berne und Archiv-Projekt Bramfeld

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Wandsbek ist ein sozial sehr engagierter Bezirk. Es freut mich sehr, selbstlos handelnde Preisträger stellvertretend für viele Ehrenamtliche auszeichnen zu dürfen“, begrüßte Joachim Klier, Vorsitzender der Bezirksversammlung, die zahlreichen Gäste. Der mit insgesamt 2.000 Euro dotierte Sozialpreis ging diesmal zu gleichen Teilen an den Freundeskreis Seniorenhilfe Berne und an das historische Kinderprojekt beim Stadtteilarchiv Bramfeld.
„Wäre es nicht schön, wenn es noch mehr gemeinnützige Hilfe für Senioren gäbe? Viele sind in ihrer Mobilität eingeschränkt oder bettlägerig, haben kaum Kontakt zu Freunden oder zur eigenen Familie oder sind gar alleinstehend“, so Philip Buse von der CDU. Solche Menschen gebe es beim Freundeskreis Seniorenhilfe Berne fügte er an. „Die Bezirksversammlung unterstützt ihre ehrenamtliche Arbeit mit dem Sozialpreis“, so Buse weiter. „Wir sind sehr stolz auf diese große Anerkennung“, bedankte sich Ingeborg Henker-Kelsch, Vorsitzende des Freundeskreises.

„Die Identifikation mit dem Wohnort ist wichtig, damit die Menschen ihre Umwelt auch mitplanen.“ Cornelia Stoye
Mit 42 Mitgliedern ging es 1988 in der Seniorenwohnanlage Walddörfer los. Heute sind es 240. Zum Angebot zählen Unterstützung und Hilfe für die Senioren, Ausflüge, Vorlesen oder Kartenspielen. Neu im Angebot sind ein Schwimm- und ein PC-Kurs. „Unser Schatz sind die Aktiven“, sagt Ingeborg Henker-Kelsch. Das Preisgeld soll für das Projekt „Singendes Altenheim“ verwendet werden. Grünenpolitikerin Cornelia Stoye überreichte eine weitere Urkunde an Gudrun Wohlrab vom historischen Kinderprojekt aus Bramfeld. „Seit knapp zehn Jahren bringe das Projekt Kindern mit historischen Rundgängen, Mitmachaktionen und Mehrgenerationenprojekten die Geschichte Bramfelds näher“, sagte Stoye. „Die Identifikation mit dem Wohnort ist wichtig, damit die Menschen ihre Umwelt auch mitplanen“, so die Grünenpolitikerin. Das Projekt strahle auch auf andere Stadtteile aus. „Wir vermitteln Stadtteilgeschichte mit Aktionen für Schulklassen, wir haben ein geschichtliches Lernspiel und einen Literaturkoffer entwickelt und machen historische Rallyes“, ergänzte Gudrun Wohlrab glücklich.
Seit einiger Zeit arbeitet das Projekt zusätzlich auch mit Zeitzeugen zusammen. Die Senioren erzählen den Kindern von heute aus ihrer eigenen Kinderzeit, zeigen ihnen Alltagsgegenstände und altes Spielzeug- vom Nachttopf bis zum „Tüdelband“. Rund 2.500 Kinder aus Bramfeld und Steilshoop haben bisher an den historischen Projekten teilgenommen.
Das Engagement der ausgezeichneten Ehrenamtlichen zeigt einmal mehr, wie wichtig die freiwillige Arbeit für den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist. Ohne das Ehrenamt würde Hamburg ein Stück Menschlichkeit fehlen. Das spiegelte die Verleihung des Sozialpreises nur zu gut wider.
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