Hamburg: Ge(h)fährliches Eilbek

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Johanna Meyerling-Jenz beschwert sich über die schlechten Zustände der Gehwege in Eilbek Fotos: ms
 
Eine Gefahrenquelle: In der Börnestraße stehen Gehwegplatten mehrere Zentimeter hervor

Seniorin berichtet von Stürzen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer

Von Mathias Sichting
Hamburg. „Die ältere Generation fürchtet sich nach draußen zu gehen“, weiß die Eilbekerin Johanna Meyerling-Jenz. Grund dafür ist der schlechte Zustand der Fußgängerwege in ihrem Stadtteil, sagt die 92-Jährige. „Die schmalen Wege müssen wir noch mit Radfahrern teilen. Nicht zu vergessen, die parkenden Autos, die den Bürgersteig auch in Anspruch nehmen und verengen. Hinzu kommt die schlechte Beleuchtung.“ Laut Johanna Meyerling-Jenz quälen sich die Senioren seit Jahren mit ihren Rollatoren über die „engen, dunklen, kaputten und mit Laub bedeckten“ Gehwege in der Börnestraße, Schellingstraße, Rückertstraße und Seumestraße. In diesem Bereich sei es, laut Meyerling-Jenz, bereits zu Stürzen und Knochenbrüchen bei mehreren ihr bekannten Senioren gekommen.

Gefahr besonders in der dunklen Jahreszeit

Lockere oder herausstehende Gehwegplatten werden in der dunklen Jahreszeit zu gefährlichen Stolperfallen. Feuchtes Laub macht die Wege zusätzlich rutschig. Ältere Menschen sind hier nicht standsicher. „Auf dem Weg zur U-Bahnstation Wandsbeker Chaussee sind viele Senioren unterwegs. Die Strecke führt sie zu anliegenden Arztpraxen und zum Seniorentreff. Ich habe mir selbst bei einem Sturz die Hand gebrochen und bin einmal auf die Knie gefallen. Die Gehwegplatten wackeln oder fehlen teilweise. Da bekommt man keine Stabilität in seine Bewegungen, sondern geht sehr unsicher und muss ständig aufpassen, dass man nicht hinfällt“, so die Seniorin. „Die Stadt macht es sich leicht, indem sie die alten Schilder, die auf Gefahren hinweisen, auswechselt und neue aufstellt. Das sieht dann zwar gut aus, hilft uns aber nicht. Warum wird kein Geld in die Sanierung der Fußgänger-Wege gesteckt?“
Nach Meinung von Meyerling-Jenz liest man immer nur etwas über sanierte Sportplätze und andere von der Stadt finanzierte Projekte. Die Infrastruktur in Eilbek wird in den Augen der Rentnerin vollkommen vernachlässigt.

In Ordnung - oder es wird gewarnt

Aus dem Bezirksamt heißt es: „Die Gehwege der Schellingstraße und der Rückertstraße befinden sich insgesamt in einem noch befriedigenden Zustand. Die Gehwege der Börnestraße und der Seumestraße wurden wegen ihres schlechten Zustandes schon mit warnenden Verkehrszeichen/ Achtungszeichen ausgeschildert und zudem in das Nebenflächenprogramm des Bezirksamts aufgenommen“, so Sprecherin Lena Voß. Einen Termin, wann erste Arbeiten durchgeführt werden, konnte sie nicht nennen.
Mit Blick auf den nahenden Winter werden die Arbeiten wohl nicht so schnell realisiert. „Im Rahmen der beschränkten personellen und finanziellen Kapazitäten werden vorrangig Gefahrenstellen beseitigt, dass heißt, die Beseitigung baulicher Mängel erfolgt nachrangig“, so Voß. Die älteren Eilbeker müssen also weiterhin aufpassen, wenn sie vor die Tür gehen. Bauliche Mängel werden vom Bezirksamt erst dann als Gefahrenstellen gesehen, wenn sie über drei Zentimeter hervorstehen. Und das ist laut Bezirksamt in den angesprochenen Straßen nicht der Fall.

Ein wenig Hoffnung gibt es allerdings in Sachen Beleuchtung. „Die Art und der Abstand der Leuchten entsprechen dem Hamburger Beleuchtungsstandard. In vergleichbaren Straßen sind vergleichbare Anlagen vorzufinden. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer wird die Anlagen in den Straßenzügen noch einmal vor Ort überprüfen und gegebenenfalls von Bäumen eingewachsene Leuchten durch die Bezirksämter frei schneiden lassen“, versichert Helma Krstanoski, Pressesprecherin der Verkehrsbehörde.
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