Hamburg: Hagebau macht hier wohl nicht sein Ding

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Der Markt am Hammer Steindamm ist zu klein für die Hagebau-Märkte. Foto: mt

Max Bahr-Gebäude in Eilbek nach Praktiker-Pleite verkauft, ist für Markt aber zu klein. Was wird aus Mitarbeitern?

Von Marco Thielcke
Hamburg. Gemischte Gefühle bei den Mitarbeitern der Max-Bahr-Filiale in Eilbek: Der Standort ist gerettet - doch wirklich kann man sich am Hammer Steindamm nicht freuen. Es wird voraussichtlich keinen Baumarkt mehr dort geben, ob und wieviele Mitarbeiter an anderen Hagebau-Standorten übernommen werden, ist unklar
Hintergrund: Der bisherige Bahr-Konkurrent Hagebau aus Soltau kaufte in der vergangenen Woche vier Hamburger Max-Bahr-Märkte des insolventen Praktiker-Konzerns, zu dem Max Bahr gehört, in Altona, Rahlstedt, Winterhude und Eilbek. Drei der vier Märkte werden zu Hagebau-Filialen. Für den Standort am Hammer Steindamm hat der neue Eigentümer jedoch noch keine konkreten Pläne.

„Wir verkaufen, bis nichts mehr da ist.“ Baumarkt-Mitarbeiter

„Der Markt ist für unsere Konzepte zu klein. Der neue Eigentümer weiß zur Zeit noch nicht, was er mit den Verkaufsflächen machen soll“, sagt eine Sprecherin von Hagebau. Der Hagebau-Gesellschafter kaufte das Bürogebäude, zu dem neben dem Markt vier Geschosse mit Büros gehören
Als der WochenBlatt-Reporter jetzt die Filiale besuchte, verbreiteten die Mitarbeiter eine Stimmung zwischen Resignation und Hoffnung. Das Gedränge um die Sonderangebote durch die Kunden ist groß, schließlich locken Schilder: „Wir schließen – 20 Prozent auf alles“. Der Ausverkauf läuft sichtbar gut. Die langen Regale in einigen Fachabteilungen sind schon fast leer. Wandfarben und Tapezierzubehör sind besonders besonders begehrt. Einzelne Artikel wie Tresore werden nun sogar besonders weit unter Ladenpreis angeboten, die Rabatte auf bis zu 30 Prozent erhöht. Der Sonderverkauf läuft noch bis Ende FebruarEin Mitarbeiter der Werkzeugabteilung sagt mit müdem Gesichtsausdruck: „Wir verkaufen, bis nichts mehr da ist.“ Der Standardsatz, der immer wieder zu hören ist: „Haben wir nicht mehr und wird auch
nicht nachgeliefert.“ Kein Wunder, dass die Atmosphäre angespannt ist. Die Leute wissen nicht, wie es ab März weitergeht. Hagebau ist nach der saarländischen Handelskette Globus und einem Konsortium um den ehemaligen Max
Bahr-Geschäftsführer Dirk Möhrle schon der dritte mögliche Retter. Der neue Eigentümer hält sich bedeckt, wie viele der Arbeitsplätze gerettet werden. „Wir haben jedoch Grund zur Hoffnung, dass den
Mitarbeitern der Märkte in Hamburg größtenteils ein Übernahmeangebot gemacht wird“, sagt Heribert Gondert, Geschäftsführer und Sprecher der Hagebau-Gruppe.
„20 Prozent auf alles“ - wen der Slogan in Eilbek an einen Spruch erinnert, irrt nicht. Mit Rabatten auf „alles, außer Tiernahren“ hatte Praktiker lange versucht sich in der Baumarktbranche durchzusetzen. Das Ergebnis dieser Strategie wird nun von Insolvenzverwaltern und Hagebau abgewickelt.
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