Hamburg: In Eilbek gibt’s den Himmel auf Erden

Anzeige
Pastorin Hildburg Gerlach ist für den Schmuckstand zuständig Fotos: Christa Möller
 
Ulrike Meinecke und Annemarie Happersberger organisieren Café und Flohmarkt

Flohmarkt und Café in der Versöhnungskirche Eilbek locken viele Besucher

Von Christa Möller
Hamburg. Wer nicht weiß, wo’s lang geht, folge einfach dem Besucherstrom. Zumindest an diesem Wintersonntag sind zahlreiche Menschen auf dem Weg zum Flohmarkt „Himmel auf Erden“ im Gemeindesaal der Versöhnungskirche in Eilbek. Dort erwartet sie ein gemütliches Café-Ambiente mit verschiedenen Sitzgruppen, wo die selbstgebackenen Kuchen und Torten, darunter auch lecker Vollwertiges, gleich noch mal so gut schmecken. In schönen alten Sammeltassen wird der frisch gebrühte Kaffee serviert. Frisch gestärkt kann jeder Interessierte dann schauen, ob sich unter dem vielfältigen Warenangebot ein Schnäppchen tätigen lässt. Viele Bücher finden neue Besitzer. „Eine Dame kauft jeweils fünf bis sechs Romane, die sie dann vier Wochen später wieder mitbringt und spendet“, freut sich Ulrike Meinecke, 51, aus Dulsberg, die den Flohmarkt zusammen mit der Eilbekerin Annemarie Happersberger, 82, organisiert. Normalerweise behalten die Flohmarktkunden die Ware natürlich selbst. Viel Glas und Porzellan wird angeboten, manch Originelles und Besonderes lässt sich bei genauerem Augenschein entdecken. Am Modeschmuckstand werden die Interessierten von Pastorin Friedburg Gerlach bedient.
Der Kirchenflohmarkt lockt Besucher nicht nur aus der näheren Umgebung. „Auch aus Bergedorf oder Geesthacht kommen Gäste“, freuen sich die beiden Organisatorinnen. Das Publikum ist bunt gemischt, manch einer stöbert gern, andere kommen nur zum Kaffeetrinken, viele genießen beides. Seit neun Jahren bietet die Gemeinde ihren Flohmarkt bereits an, seit drei Jahren in der beliebten Kombination mit dem Café im ersten Stock des Gemeindehauses.
„Der Gemeindesaal war wenig genutzt. Das fanden wir sehr schade“, sagt Ulrike Meinecke. „2010 haben wir angefangen zu renovieren, es wurden Regale aufgebaut und Gardinen genäht.“ Ein Jahr dauerte der Umbau. Die Sammelgedecke, Stühle und Tische sowie Schränke sind Spenden aus der Gemeinde, viele Helfer waren aktiv“. Neben Ulrike Meinecke und Annemarie Happersberger engagieren sich weitere 25 Aktive, darunter drei Männer, für Café und Flohmarkt. Das Besondere: „Alle sind wir dabeigeblieben.“ Und sie haben gut zu tun: Jeweils zwei bis drei Teammitglieder spülen in der Küche das Geschirr und kochen Kaffee, zwei, drei bedienen am Büfett, einer ist an der Kasse. Alle zwei Stunden wird gewechselt, nur die Organisatorinnen sind die ganze Zeit vor Ort. Damit jeder weiß, wann er dran ist, erstellen die beiden Damen einmal im Jahr einen richtigen Dienstplan. Natürlich muss auch eingekauft werden und die Spenden sind zu sortierten. Sehr viele Bücher gehören dazu, damit kennen sich zwei der Ehrenamtlichen besonders gut aus.
Jeden 2. Sonntag im Monat bringt der Kirchenflohmarkt zwischen 14 und 18 Uhr Leben in den Gemeindesaal. Für die kleinen Gäste gibt es eine Spielecke, die Großen bekommen auch noch was auf die Ohren: Um 15 Uhr wird ein musikalisches Intermezzo eingeschoben – mal Swingmusik, mal Klavierklänge, mal Schlager oder Frühlingslieder. Mittlerweile hat das Flohmarkt-Team sogar schon einige Stammkunden. Und es hat sich eine Backgruppe gebildet, die gelegentlich etwas für das Kuchenbüfett beiträgt. Mehrere Einzelveranstaltungen runden das Angebot im Gemeindesaal außerhalb des Flohmarktes ab, so gibt es einen Kochkursus für Vollwertküche, Vorlesenachmittage und Vorträge.

Einnahmen fließen in Gemeindeprojekte

Dass so viele Menschen sich für andere engagieren, „das ist in dieser Gemeinde üblich“, sagt Annemarie Happersberger, die früher als Sekretärin gearbeitet hat. „Bei uns sitzen wirklich 100 bis 150 Leute im Gottesdienst“, ergänzt Ulrike Meinecke. Der ehemaligen Dozentin für Kommunikation ist beim Thema Flohmarkt der Umweltgedanke wichtig: „Man kann günstig etwas erwerben, auf der anderen Seite landet es nicht im Müll.“ Dahin kommt auch nicht, was übrig bleibt. Auf die Ladenhüter wartet zweimal im Jahr ein Schnäppchenflohmarkt. Aber das meiste findet direkt vor Ort einen Käufer. „Das spricht sich ganz schnell rum“, freut sich Annemarie Happersberger über die gute Resonanz. Dazu trägt sicher auch das stimmungsvolle Ambiente bei. Die Einnahmen aus Café und Flohmarkt fließen übrigens als Investition in die Gemeinde zurück: „Davon wurden die Toiletten renoviert und ein Medienschrank angeschafft“, erklärt Ulrike Meinecke.

Wer für den Kirchenflohmarkt spenden möchte, kann die Waren (keine Elektroartikel, keine Kleidung) an den Flohmarktsonntagen jeden 2. Sonntag in der Kirchengemeinde abgeben. Die nächsten Termine: 9. Februar und 9. März. Weitere Infos im Kirchenbüro, Tel.: 20 14 80
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige