Hamburg: Inklusionsprojekt auf der Jenfelder Au

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So soll das Wohnhaus für Behinderte und Nichtbehinderte einmal aussehen Animation:Architekturbüro Dohse

72 Wohnungen entstehen auf vier Geschossen. Einzug in 2015 geplant

Von Rainer Glitz
Hamburg. Viele Monate lang ist wenig passiert auf der Großbaustelle, nichts weithin Sichtbares zumindest. Neuerdings versperren riesige Kiesberge die Sicht von der Charlottenburger Straße auf die alten Kasernengebäude an der Wilsonstraße, ein Kran steht dort und schweres Baugerät ist unterwegs.
Hier ist ein gemeinsames Wohnprojekt für Behinderte und Nichtbehinderte geplant, eine Kooperation des Wohnungsvereins Hamburg von 1902, der Hamburger Blindenstiftung und des Hamburger Lebenshilfe-Werks für Menschen mit geistiger Behinderung. Es sollen 71 Wohnungen für 140 Bewohner entstehen, alle mit Balkon oder Terrasse. Geplant ist auch ein Treffpunkt für die Bewohner und Nachbarn mit Platz für Feste und Feiern.
„Ab jetzt beginnt das Handwerk“, sagte Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher jetzt zum offiziellen Baubeginn. Im Rahmen des erfolgreichen Wohnungsbauprogramms des Senates würden vor allem Baulücken geschlossen. „Eine so große Fläche wie hier auf der ehemaligen Kaserne in Jenfeld ist da ein Geschenk“, so der SPD-Politiker.
Mit dem Inklusionsprojekt werde etwas ganz Besonderes entstehen, wenn hier künftig geistig Behinderte, Sehbehinderte und nicht behinderte Menschen selbständig gemeinsam leben. Tschentscher wünschte allen Beteiligten viel Erfolg im Namen des Senates.
Bei der Umsetzung dieser Idee sei vor allem die Grundstückssuche schwer gewesen, ergänzte Eva Mohr vom Lebenshilfe-Werk. Dann habe eine Anfrage aus Jenfeld ihr Interesse geweckt: „Es war vor allem das viele Grün, die Freiflächen und das Wasser, dazu die aufgelockerte Architektur“, sagte Mohr.

Optimale Lage

Im Quartier Jenfelder Au wird es ein gutes, geselliges Leben geben, so ihre Überzeugung. Eine wissenschaftliche Untersuchung folgte. Welche sozialen Einrichtungen und Institutionen gibt es bereits in Jenfeld, und was denken die bisherigen Bewohner, wurde gefragt. Ergebnis: Jenfeld ist ein bunt gemischter Stadtteil, die Menschen leben gerne dort. Solchermaßen überzeugt vom Standort begannen Lebenshilfe, Blindenstiftung und Wohnungsverein von 1902 mit der Planung. In einem Architektenwettbewerb setzte sich der Entwurf des Büros Dohse für das viergeschossige Wohnhaus im Stadthausstil durch. Bereits Ende kommenden Jahres soll der Neubau fertig sein.
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