Hamburg: Kampf gegen Rechts

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Bela Rogalla, Landessprecher der Linken in Hamburg (l.) und Julian Georg, Fraktionschef in Wandsbek Foto: rg

Linke und weitere Parteien aktiv gegen NPD im Bezirk

Hamburg. Die rechtsextreme NPD hat im Bezirk zuletzt zweimal für Aufsehen gesorgt. Zum einen wurde sie zu einer Veranstaltung in der Volkshochschule Ost zur Bezirkswahl eingeladen. Und schnell, nach dem Protest aller demokratischen Parteien, wieder ausgeladen.
Nach dem Versand der Wahlunterlagen wurde ein weiterer Vorfall bekannt. Einem Mitglied des TSC Wellingsbüttel fiel auf, dass der Name eines Jugendtrainers auf der Liste der NPD stand. Der Verein zog die Konsequenzen und feuerte den Übungsleiter. „Es ging hier nicht um die Parteimitgliedschaft, sondern um Inhalte“, sagte Julian Georg, Fraktionschef der Linken in der Wandsbeker Bezirksversammlung. Die NPD stehe für Rassismus und eine menschenverachtende Ideologie. „Solche Leute sollten nicht Umgang mit Kindern haben“. Doch genau dieses Vorgehen ist Absicht. „Warum sollten wir eigene Fußballvereine gründen, wenn es doch viel einfacher ist, die bestehenden zu unterwandern?“, formuliert das die NPD-Jugendorganisation. „Die Rechtsextremen wollen Anerkennung gewinnen, sich unentbehrlich im Verein machen und dann Einfluss nehmen“, erklärte Bela Rogalla, Landessprecher der Linken in Hamburg. Es gelte, Sensibilität zu schaffen und ein Bekenntnis für Toleranz und Integration abzugeben.

Positive Gegenentwürfe bieten

Welche juristisch einwandfreien Möglichkeiten die Vereine gegen solche Umtriebe haben, etwa durch eine Änderung der Satzung, erklärt eine Broschüre des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Hamburg. Diese wurde in Kooperation mit dem Hamburger Sportbund an alle Vereine verteilt. Offenbar ohne breite Wirkung. Viele Vereine scheuten die Diskussion, so ein Mitarbeiter des Beratungsteams.
Es müssten den Kindern positive Gegenentwürfe angeboten werden, Werte wie Solidarität und Fairness, hieß es dann in der Diskussion. Es gab aber auch ein gewisses Verständnis vor allem für kleine Vereine. Diese hätten Probleme, genügend ehrenamtliche Übungsleiter zu finden.
Unterstützt wird das Engagement der Linken gegen rechtsextreme Umtriebe in den Wandsbeker Vereinen übrigens von SPD, CDU, Grünen und FDP. In einem gemeinsamen Antrag wird eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Verwaltung, der neugewählten Bezirksversammlung und der Sportvereine sowie dem Mobilen Beratungsteam angeregt. Auch, um erneut für die vorhandene Broschüre zu werben. (rg)
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