Hamburg: Kinder trauern anders

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Die ehrenamtlichen Helferinnen Elisabeth Lichtenberg (li.) und Erika Mögen am Infostand in der Christuskirche Foto: M. Egleder/wb

„Lacrima-Zentrum“ der Johanniter bietet Hilfe für kleine Hinterbliebene

Von Christa Möller
Hamburg. Wenn ein naher Angehöriger stirbt, beginnt für die Hinterbliebenen eine schwere Zeit. Besonders für Kinder ist der Verlust nicht leicht zu verarbeiten. Unterstützung bietet „Lacrima“ (von lat. Träne), das „Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche“ der Johanniter-Unfall-Hilfe, die in Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt 430 hauptamtlichen und über 1.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern aktiv sind.

Die Trauergruppe wurde vor vier Jahren gegründet und unterstützt Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren – in Wandsbek, beim Regionalverband Hamburg der Johanniter-Unfall-Hilfe an der Helbingstraße 47, sind es derzeit zehn. „Kinder und Jugendliche trauern anders, versuchen ihre Eltern zu schützen, indem sie ihre Trauer nicht zeigen. Und sie können sich nicht so gut verbal ausdrücken“, weiß Heike Ruch von den Johannitern. Kinder hätten nach dem Tod von Vater oder Mutter große Ängste, auch noch den zweiten Elternteil zu verlieren. Für je zwei Gruppenteilnehmer steht jeweils ein Mitglied der Trauergruppe bereit. Parallel findet eine moderierte Gesprächsgruppe für die Eltern statt.
15 ausgebildete Trauerbegleiter, größtenteils Frauen, begleiten die jungen Hinterbliebenen bei ihrer Trauerarbeit, gern könnten es mehr, besonders mehr Männer, sein. Wer Trauerbegleiter werden möchte, wird in etwa 100 Unterrichtsstunden für die Aufgabe ausgebildet. Zur Motivation der Helfer sagt Heike Ruch: „Irgendwie ist immer eine persönliche Betroffenheit da.“

Die ausgebildete Diakonin war 1999 im ersten Hospizkursus dabei. Damals unterstützte sie als Kauffrau im Handwerk ihren Mann in seiner Firma und hatte gerade eine Ausbildung in der klientenzentrierten Gesprächstherapie beendet, als sie durch ihren Sohn Michael auf die Johanniter aufmerksam wurde. Der damals 13-Jährige war in der Jugendgruppe und ist heute Sanitäter bei den Johannitern. 2003 übernahm Heike Ruch den Hospizdienst, seit 2007 ist die Johanniter-Hospiz-Beauftragte fest angestellt und eine von drei Koordinatorinnen der ambulanten Hospizarbeit, deren 15-jähriges Bestehen gerade in der Christuskirche in Wandsbek gefeiert wurde.

„Wir gehen zu den Klienten nach Hause oder ins Pflegeheim und vermitteln dann Ehrenamtliche, die den Klienten begleiten – einmal in der Woche oder auch tageweise beziehungsweise in der Nacht. „Hospiz gibt Kraft“, sagt Ruch. 2013 hat der Hospizdienst 100 inzwischen verstorbene Menschen begleitet, dazu kommen 50 Trauerbegleitungen. „Wir kommen nicht nur in den letzten Wochen“, betont Heike Ruch. 42 ehrenamtliche Helfer hat der Johanniter-Hospizdienst in Hamburg.

Infoabend für Trauerbegleiter am 16. Januar, 19 Uhr; für Hospizbegleiter am 19. Januar um 19 Uhr in Wandsbek „In Planung sind auch Themenabende für Trauernde“, erklärt Heike Ruch. Anmeldung und weitere Infos beim Regionalverband Hamburg unter Tel.: 65054 – 470 oder johanniter.de/hamburg
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