Hamburg: Klappe für Wolle und Pferd

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Die Puppenspieler Vince Gladziejewski, Martin Paas, Charlie Kaiser und Carsten Morar-Haffke (v.l.) am Set in Jenfeld Fotos: Sichting
 
Blick hinter die Kulissen: Konzentration am Set. Im Hintergrund die „Möhre“, in der Wolle und Pferd wohnen

Das Wochenblatt bei Dreharbeiten zu neuen Folgen der Sesamstraße

Von Mathias Sichting
Hamburg. „Und Achtung, und bitte“: Regisseur, Bildingenieure, Redakteure und Lichtspezialisten starren wie gebannt auf die Bildschirme. Ein paar Meter weiter erwecken die Puppenspieler Martin Paas und Carsten Morar-Haffke das Schaf Wolle und Pferd mit gekonnten Bewegungen und ihren Stimmen zum Leben. Es ist mucksmäuschenstill im Studio. Die Konzentration der Akteure ist greifbar.
Das ist derzeit der Sesamstraßen-Alltag in den NDR-Studios im Studio Hamburg. Seit Mitte Februar werden die neuen Folgen von „Sesamstraße präsentiert: Eine Möhre für Zwei“ gedreht. Auf der Agenda stehen 26 Folgen der vierten Staffel, 78 waren in den drei Staffeln davor bereits zu sehen. Das Wochenblatt durfte Regisseur Jojo Wolf und seinem Team jetzt über die Schulter schauen.

Jedes Detail muss sitzen

„Bild 1602, Klappe die zehnte, und Achtung, und bitte.“ Jedes Detail muss sitzen. Passt etwas nicht, wird abgebrochen. Drei Kameras zeichnen hochauflösend jede Bewegung der Sesamstraßenpuppen auf. Von der Decke hängen Hunderte Scheinwerfer, in der gesamten Halle stehen Dutzende Bildschirme. „Ruhe, wir drehen“ zischt der Aufnahmeleiter durch sein Mikrofon.
Bereits 2002 zogen Wolle und Pferd in der Sesamstraße ein. Mit kindgerechtem Witz, hinreißenden Charakterzügen und einem unermüdlichen Forscherdrang eroberten sie im Fluge die Herzen der Kleinen- und bekamen eine eigene Sendung. Der Titel der Staffel „Eine Möhre für Zwei“ kommt übrigens nicht von ungefähr. Wolle und Pferd wohnen seit den ersten eigenen Folgen 2010 fiktiv in einer riesigen Möhre in einem Eimsbüttler Hinterhof zwischen Fettstraße und Weidenallee.

Ab Mai Außendrehs

In der vierten Staffel der erfolgreichen Serie erleben Wolle und Pferd ganz neue Abenteuer. Unter anderem gehen sie für einen 60-minütigen Fernsehfilm unter die Piraten und befreien den Schatz des Käpt’n Karotte aus den Händen gefährlicher Freibeuter auf der Elbe. Teil der Produktion sind unter anderem die Schauspieler Friederike Linke, Waldemar Kobus, Michael Kessler und Ingolf Lück. Neben Jojo Wolf führt Dirk Nabersberg Regie.
Bis 7. April wird im Studio gearbeitet, ab 12. Mai folgen bis Mitte Juni die Außendrehs. „Das wird spannend. Wir drehen in einem Windpark, in einem Supermarkt, in einem Fotostudio und in einem Geisterschloss“, verrät Redakteur Holger Hermesmeyer.

Fregatte auf der Elbe

„Die Motive sind bei den Außendrehs dieser Staffel sehr besonders. Wir gehen für den Fernsehfilm auf die alte russische Fregatte Shtandart, die dann auf der Unterelbe schippern wird. Auf einem Strandabschnitt zwischen Blankenese und Falkensteiner Ufer gehen Wolle und Pferd an Land. Das sind richtig große Herausforderungen. Wir hoffen, dass wir möglichst wenig Regen während der Drehzeit haben.“ In der Post-Produktion gilt es anschließend, die Folgen musikalisch und mit Geräuschen zu vertonen. Spezialeffekte wie Explosionen, Sterne und der funkelnde Mond über der Möhre werden im Nachhinein am Computer eingearbeitet. „Die Cutter, Mischer und Komponisten haben dann noch mal richtig viel zu tun“, ergänzt Redakteurin Birgit Ponten.
Ein wenig Zeit haben sie dazu aber noch. Die neuen Folgen werden erstmals ab Mitte Oktober um 18.15 Uhr auf KiKa ausgestrahlt. Der Fernsehfilm „Der Schatz des Käpt’n Karotte“ wird 2015 als Sonderprogramm im KiKa gezeigt.
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