Hamburg: Künstler Herbert Grunwaldt ist tot

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Herbert Grunwaldt in seiner Werkstatt Foto: Christian Geissler

Er machte sich als Aquarellist einen Namen. Rahlstedt war sein „Worpswede“

Hamburg. Herbert Grunwaldt ist tot. Der Künstler aus Rahlstedt starb kurz vor seinem 86. Geburtstag. Jahrzehnte lang hatte Grunwaldt die Rahlstedter Kunstszene mitbestimmt, zusammen mit Heinrich Steinhagen, der sich immer wieder mit den traumatischen Erfahrungen des 1. Weltkrieges auseinandergesetzt hat, mit Hanno Edelmann, für den die Gebrochenheit des Menschen das große Thema war, Jens Cords, der in seinen Stilleben mit unglaublicher Genauigkeit den Verfall zur Poesie verklärte. Herbert Gunwaldt hat sich vor allem als Aquarellist einen Namen bemacht. „Er war mit seiner Seele in der Natur zu Hause“, sagt Nikolaus Grunwaldt, sein Sohn. Er hat „morgendliche Träumereien zu surrealen Phantasiegestalten“ gebildet, in seinen Bildern aber auch die Atmosphäre im Hamburger Hafen eingefangen. Aaron Neumann, Herbert Grunwaldts Galerist, präsentiert 2007 im Rahlstedt Center die Ausstellung „Elbe – Schiffe – Hamburger Hafen“. Für ihn war Grunwaldt nicht „Rahlstedter“, sondern „Hamburger“ Künstler. 2010 wurden Persönlichkeit und Lebenswerk in der Eröffnungsveranstaltung der Rahlstedter Kulturwochen gewürdigt – mit einer Ausstellung und einem Artikel von Lothar Stolte im Rahlstedter Jahrbuch unter der Überschrift: „Der Bilderpoet Herbert Grunwaldt“. „Wir bedauern, dass uns dieser große Rahlstedter Künstler für immer verlassen hat“, sagt Horst Schwarz, Vorsitzender des Bürgervereins Rahlstedt.
Welche Bedeutung hatte Rahl-stedt für Herbert Grunwaldt? Er ist nach Aussage seines Sohnes Nikolaus 1961 in das damals noch ruhigere Rahlstedt gezogen, um der Hektik der Großstadt Hamburg zu entkommen. Bauwerke und Naturmotive im Stadtteil sind ihm immer wieder zum Thema geworden. Hier hat er seine Freunde gefunden und sein „Worpswede“. Werner Jansen vom Vorstand des Rahlstedter Kulturvereins wünscht sich „… dass die Werke des Künstlers dauerhaft gesichert und in einem ‚Museum für Rahlstedter Künstler‘ gezeigt werden.“ (rdm)
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