Hamburg: Mammutaufgabe statt Ruhestand

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Der Koordinator für den A 7-Ausbau Gerhard Fuchs in Rahlstedt Foto: Glitz

Gerhard Fuchs, Wandsbeks ehemaliger Bezirksamtsleiter, wird Koordinator für Ausbau der A 7

Von Rainer Glitz
Hamburg. Seit 1966 lebt Gerhard Fuchs in Oldenfelde, war zuerst Lehrer, später bei der Landeszentrale für Politische Bildung, von 2001 bis 2007 Leiter des Bezirksamtes Wandsbek und danach bis zu seiner Pensionierung 2008 Staatsrat in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Der 71-Jährige könnte seinen Ruhestand genießen, doch stattdessen arbeitet er seit Anfang April für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein als Koordinator für den Ausbau der Autobahn 7.
„Nur Ruhe zu haben, ist zu wenig“, sagt Gerhard Fuchs lächelnd. Die Mammutaufgabe werde ihn an den oberen Rand der Belastbarkeit bringen. „Ich bin aber mit Elan dabei“, sagt der langjährige CDU-Politiker. Ende dieses Jahres beginnen der Ausbau der A 7 nördlich und südlich des Elbtunnels und der Bau von Lärmschutzdeckeln. Das alles bei laufendem Verkehr auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung. Vier Jahre lang wird Schleswig-Holstein betroffen sein, Hamburg sogar zehn Jahre. „Das ist ein Dekadenprojekt“, sagt Fuchs denn auch. Ein Projekt, an das er glaubt und mit dem er schon als Staatsrat zu tun hatte. Deshalb liegt der A 7-Ausbau im auch sehr am Herzen. „Ich habe mich in der Zeit nach der Pensionierung fachlich immer auf dem Laufenden gehalten und habe große Achtung vor dem technischen Sachverstand der Autobahningenieure“, sagt der 71-Jährige. Er soll die Baustellenplanung und die nötigen Umleitungen in der betroffenen Region abstimmen, Ansprechpartner für Kammern, Verbände, Firmen und Anwohner sein und Konflikte erkennen und lösen.
„Ich höre mir jede Klage an, möchte aber auch Lösungen und Verbesserungsvorschläge hören“, sagt der A 7-Koordinator. Ideen könnten neue, zusätzliche P + R-Plätze sein, innovative Informationssysteme wie eine „Stau-App“ oder finanzielle Anreize für den Kauf einer Monatskarte. Denn ein wichtiges Ziel ist es, Verkehr auf der A 7 zu vermeiden. Minus 15 Prozent – das könne als Summe vieler einzelner Ideen erreicht werden, hofft Fuchs. HVV und Deutsche Bahn müssten entsprechend zusätzliche Kapazitäten anbieten. Für den Umstieg und allgemein für die Akzeptanz des A 7-Ausbaus zu werben, wird für Gerhard Fuchs die vordringliche Aufgabe sein: Bei Bürgerversammlungen, Pressegesprächen und Informationsreihen für Kammern und Unternehmen. Er hat ein Vorspracherecht bei allen beteiligten Behörden, auch in Berlin, und verspricht: „Kritik und Ideen kommen an.“
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