Hamburg: „Oasis ist mein zweites Zuhause“

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Da ist mehr drin, als man denkt. Im Jugendhaus Oasis (oben) hat die Jenfelder Jugend einen lebendigen Rückzugsort gefunden Fotos: ks
 
Am Computer können die Jugendlichen beispielsweise Rezepte recherchieren

Jugendhaus in Jenfeld bietet Kindern eine warme Mahlzeit und Geborgenheit

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg. Gerritt (16) ist ein wenig stolz. Nun weiß er auch, wie Seitan, ein vegetarisches Weizeneiweiß-Lebensmittel, verwendet wird. Gemeinsam mit dem Sozialpädagogen und „Hobby-Koch“ Benjamin (35) hat er die Spezialität in der Küche des Jugendhaus „Oasis“ in Jenfeld zubereitet. Nebenan, im Speisesaal macht sich zur selben Zeit eine Gruppe Jugendlicher über das Hauptgericht her - Spaghetti mit Tomatensoße.
„Oasis“ ist eine Einrichtung der Friedenskirchen-Gemeinde. Diese hat 2005 auch die „Arche“, ein Treffpunkt für die jüngeren Kinder im Stadtteil, gegründet. „Wir wollten einen Club für die Jugendlichen anbieten und sie nicht der Straße überlassen“, erklärt Pädagoge Benjamin die Idee für die Oase. 2008 wurde sie im ehemaligen Pastorat an der Barsbüttler Straße eingerichtet. Knapp 1.300 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren leben in Jenfeld. Bis zu 70 von ihnen kommen täglich in das Jugendhaus. „Wir wollen den Jungen und Mädchen einen Ort, an dem sie Halt, Geborgenheit und Verlässlichkeit erfahren, bieten“, weiß Benjamin.
Hell und sehr bunt sind die Räume der Oase. Zwei hauptamtliche Mitarbeiter, zwei Halbtagskräfte sowie immer wieder auch ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die Besucher. Die Betreuer bieten Hausaufgaben-Hilfen oder Bewerbungstranings an. Das Team organisiert außerdem Ausflüge auf die Bowlingbahn oder ins Kino. Für den Sommer ist eine Ferientour nach Dänemark geplant.

22.000 Euro für eine neue Küche gespendet

Oftmals sind die Mitarbeiter aber auch einfach nur da und nicht selten die einzigen, denen sich die Jugendlichen mit ihren Problemen anvertrauen können. So, wie Gerritt, der eigentlich jeden Tag im „Oasis“ anzutreffen ist. Er war bereits als Kind Stammgast in der „Arche“. Jetzt ist das Jugendhaus seine zweite Heimat. „Oasis ist mein zweites Zuhause. Das ist besser, als draußen im Einkaufzentrum oder auf der Straße rumzuhängen“, sagt der Schüler selbstbewusst. Er gehört zu denen, die auch regelmäßig in der Oase essen - für viele gibt es hier oft die einzige warme Mahlzeit am Tag.
Die Küche ist allerdings inzwischen in die Jahre gekommen. Dank der Hilfe des Hamburger Spendenparlaments gibt es demnächst eine Neuanschaffung. Sozialpädagoge Benjamin: „Wir erhalten 22.000 Euro Zuschuss für eine neue Küche, ausgerüstet unter anderem mit einem Kombi-Dampfgarer und einer energie-sparsamen Industrie-Spülmaschine.“ Damit können „Nachwuchs-Köche“ wie Gerritt auch in Zukunft nicht nur gemeinsam essen zubereiten, sondern auch zusammen neue Gerichte ausprobieren.


Info:
Knapp 400.000 Euro hat das Spendenparlament auf seiner letzten Sitzung Ende März an 30 soziale Projekte vergeben- darunter auch den Zuschuß für die neue „Oasis“-Küche. Seit Gründung des Spenden-Parlaments im Januar 1996 kamen durch die 3.400 Mitglieder 8,9 Millionen Euro an Spendengeldern zusammen, die seitdem auf 1.038 soziale Projekte verteilt wurden. Das besondere am Spendenparlament: Jedes Mitglied kann mitentscheiden, wer und in welcher Höhe Zuwendungen erhält. Eine Mitgliedschaft im „Hamburger Spendenparlament“ ist ab fünf Euro monatlich möglich. Weitere Infos: spendenparlament.de
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