Hamburg: Pendler denken um

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Leere Stellplätze im Parkhaus Meiendorfer Weg. Wie groß der Einfluss der Sommerferien auf die Situation ist, beurteilen Experten unterschiedlich Fotos: mt (2), güb (4)

In Rahlstedt bleiben die großen P+R-Anlagen weitgehend leer

Hamburg. Kaum eingeführt und schon auf dem Prüfstand – das neue kostenpflichtige Park+Ride-Modell der Hansestadt kommt bei Anwohnern und Pendlern nicht gut an. Das Wochenblatt schaute sich die P+R-Plätze in Rahlstedt an.

Parkhaus fast leer

Die beiden größten Anlagen stehen mit 353 Parkplätzen am Doberaner Weg und mit 260 Plätzen am Meiendorfer Weg in Rahlstedt. In beiden P+R-Anlagen ist das Bild ähnlich: Nur die beiden unteren Ebenen der mehrstöckigen Parkhäuser sind belegt, zwei Drittel der Flächen sind frei. Liegt das an den Sommerferien, wie ein Hochbahnmitarbeiter im Rahlstedter P+R-Parkhaus vermutet, oder sind die umliegenden Wohnstraßen nun zugeparkt mit den PKWs der Pendler? Heino Vahldiek, Geschäftsführer der P+R-Betriebsgesellschaft sagt: „Uns war immer bewusst, dass einige Nutzer durch Parken im umliegenden Straßenraum den Gebühren entgehen wollen. Ich sehe derzeit nicht, dass sich diese Versuche auf Dauer lohnen.“ Doch wie viele der Pendler in Rahlstedt und am Meiendorfer Weg auf die Anwohnerparkplätze ausweichen ist erst in einer Woche absehbar. Dann enden die Sommerferien und Urlaubszeit und Tausende Pendler strömen wieder aus dem Umland Richtung Hamburg.

Mehr Kontrollen

Die Hochbahn und die Betriebsgesellschaft wollen dann auch in den Parkhäusern verstärkt kontrollieren, ob die Nutzer Parkscheine lösen und eine HVV-Karte haben, denn nur mit gültigem Fahrkarte können Autofahrer den Pendler-Tarif nutzen. Für die Kontrollen werden auch Mitarbeiter der Hochbahn-Wache eingesetzt, die bisher Fahrscheine in den U-Bahnen kontrollierten. „Die Kontrollen werden so durchgeführt, dass sich ein dauerhaftes Ignorieren der Parkscheinpflicht nicht rechnen wird“, sagt Vahldieck.
Kostenpflichtig sind in Hamburg bislang nur die Parkhäuser, die über neue bauliche und technische Qualitätsstandards verfügen, wie das Rahlstedter Parkhaus am Doberaner Weg in Rahlstedt. Dazu gehören Notrufeinrichtungen, Videoüberwachung, Beleuchtungskonzepte und Mobilfunkempfang. Bis zum Jahre 2017 sollen alle Hamburger P+R-Anlagen gebührenpflichtig werden. Die stadteigene Betreibergesellschaft der P+R-Anlagen will jährlich mehr als 700.000 Euro durch die Parkgebühren einnehmen, um so alle Parkhäuser auf einen modernen Standard zu bringen.
Was die Nutzer von der neuen Regelung halten, wollte auch der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Karl-Heinz Warnholz wissen. „Ich hatte damit gerechnet, von den befragten Autofahrern wütende Proteste zu erhalten. Das Problem Parkgebühren hatten aber viele von ihnen mit ihren Arbeitgebern schon längst geregelt. Der jeweilige Arbeitgeber hatte die Zahlung der Gebühren einfach übernommen.“
(mt/güb)
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