Hamburg räumte auf

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Die Kinder von der Grundschule An der Gartenstadt sammelten eine Woche lang den Abfall aus den Büschen und Gräben in ihre Mülltüten.Foto: kg

Schüler in der ersten Reihe

Wandsbek-Gartenstadt. Wenn es heißt „Hamburg räumt auf“, dann stehen die Schüler und Kita-Kinder in den ersten Reihen. Sie sind die unter den Ersten, wenn es mit gelben Plastikhandschuhen und den Abfalltüten auf die Straßen geht. In Wandsbek-Gartenstadt sammeln Schule und Kitas fast in denselben Straßen, denn rund um die Stephanstraße wird hier alles aufgehoben, was nicht nach Gras oder Blumen aussieht. Hunderte von Zigarettenkippen, leuchtendes Papier von Müsli-Riegeln, Pfandflaschen und sogar Batterien, alles landet im Gebüsch und wartet auf fleißige Kinder, die sie dorthin bringen, wo sie hingehören – in die Mülltonnen. „Wir haben einen ganzen gefüllten Mülleimer im Graben gefunden“, berichten die Kinder von der Schule An der Gartenstadt, entsetzt. Auf keinem Fall kann der beim Radfahren mal eben aus der Tasche gefallen sein, wie vielleicht das Schokoladenpapier, witzeln die Grundschüler. Zum Lachen findet den vielen Müll hier allerdings niemand, denn gerade einmal ein paar Meter hinter dem Schultor geht es schon los mit den Abfallbergen. Am Ende der Woche haben Schulkinder sowie die Kita-Kids Säcke voller Müll zusammengetragen und hoffen nun, den Erwachsenen ein gutes Vorbild zu sein, damit bei jeder zu Ende gerauchten Zigarette eine imaginäre Signallampe aufleuchtet und zur Vernunft aufruft. „Es ist nicht nur eklig die Kippen aufzusammeln, es besteht auch Brandgefahr, wenn die Pflanzen trocken werden.“. Die Gartenstadt dürfte bei so viel Engagement somit nun wieder sauber sein und wer die nächste Zigarette fallen lässt, der sollte an die Kinder denken, die hier ihre freie Zeit geopfert haben, um den Stadtteil vom Dreck zu befreien. „Es macht auch Spaß“, erzählt ein Vierjähriger aus dem Lavendelweg, der besonders stolz auf die viel zu großen Handschuhe ist. „Schon wieder ein kleines Stück Papier“, rufen die Kleinsten der Sammler, denen die Aufräumaktion fast schon ein wenig wie Ostern erscheint. Wie es zu dem vielen Abfall in den Büschen gekommen ist, das können sich die jüngsten der freiwilligen Helfer vielleicht noch gar nicht so richtig erklären. Umso schlimmer also, wenn die Müllwerfer um einiges älter sind als die Sammler selber. Die Kinder aus der Gartenstadt jedenfalls können stolz sein auf ihre sauberen Straßen, die sie ganz allein geputzt haben. Hamburg räumt auf hat ihnen viel zu verdanken. (kg)
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