Hamburg: S-Bahnsteig unter Brücke?

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Unter der Brücke Holstenhofweg soll die S-Bahnstation gebaut werden

Anwohner und Planer streiten über Haltepunkt für S4 am Holstenhofweg

Von Rainer Glitz
Hamburg. Die Anwohner der Straßen Am Wasserturm und Schweinfurthweg haben sich schon vor mehr als einem Jahr in einer Petition an die Bezirksversammlung Wandsbek gewandt. Jetzt hat sich der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus der Bezirksversammlung erneut mit der Eingabe befasst. Durch einen neuen Bahnhof Holstenweg entstehe „eine inakzeptable Lärmbelästigung durch anfahrende und haltende Züge, durch Ansagen auf dem Bahnsteig sowie Reisende insbesondere am Wochenende und in den Nachtstunden“, heißt es darin. Die Anwohner fordern, den Bahnhof westlich der Brücke Holstenhofweg zu legen. Außerdem müsse es umfangreiche Maßnahmen geben gegen den Lärm und die starken Vibrationen durch die Züge.
Noch lieber wäre den Tonndorfern allerdings, die geplanten S 4-Haltepunkte Bovestraße und Holstenhofweg zusammenzulegen. Die S-Bahn solle besser in Höhe Luetkensallee halten. Dies gewähre einen besseren Anschluss des Wohngebietes Gustav-Adolf-Straße und der Asklepiosklinik Wandsbek, es würden Kosten gespart und die Lebensqualität der Anwohner würde nicht so stark eingeschränkt. Die Planer sehen das anders. „Durch die Verschiebung des Haltepunktes ist keine direkte Verknüpfung zum Busliniennetz des HVV gegeben“, heißt es im Bericht zur Vorentwurfsplanung. Außerdem müsste es für einen Haltepunkt Luetkensallee mehr Eingriffe in private Grundstücke und Anpassungen weiterer Bauwerke geben.
Fazit: Das Ganze wäre nicht wirtschaftlich. Die Planer sprechen sich für eine Haltestelle östlich der Straßenüberführung Holstenhofweg aus. Diese Variante vermeide zudem Eingriffe in das gesetzlich geschützte Biotop im Westen der Brücke.
Geplant ist ein 220 Meter langer Mittelbahnsteig, der barrierefreie Zugang soll über die Brücke Holstenhofweg erfolgen. Auch Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, hält den Standort für richtig und sinnvoll. „Hier kann eine optimale Umsteigebeziehung zwischen Bussen und der S 4 geschaffen werden. Dies ist wichtig, um das Einzugsgebiet zu erweitern“, so der Rahlstedter SPD-Abgeordnete. Dies gelte etwa für Jenfeld und Horn. Und noch einen Vorteil hätte die Station Holstenhofweg: Sie steht seit Jahrzehnten im Flächennutzungsplan Hamburgs. Erste Pläne gab es bereits im April 1914. Anfang 1967 beschloss die Bezirksversammlung Wandsbek einen B-Plan.
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