Hamburg: Wie auf Linie 24 ein Buch entstand

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Timo fröhlich mit Schreibmaschine und einer Tasse Kaffee Foto: Christa Möller

Der erste Episoden-Roman des Rahlstedters Timo Fröhlich entstand aus Beobachtungen

Von Christa Möller
Hamburg. Seit eineinhalb Jahren fährt der Rahlstedter Grafiker Timo Fröhlich jeden morgen mit einem Bus der Linie 24 zur Arbeit nach Hummelsbüttel. „Die ersten Monate habe ich fast schon Depressionen gekriegt, weil es über eine Stunde dauert“, sagt der Vater von vier Kindern. „Ich habe mich einfach gelangweilt.“ Er habe fast schon 300 Songs geschrieben und überlegt, das auch im Bus zu tun, doch klappte das nicht so gut, ebenso wenig wie lesen. „Da habe ich angefangen, die Leute zu beobachten und überlegt, was sie für ein Leben führen.“ Er überlegte, was wohl wäre, wenn er die Menschen ansprechen oder gucken würde, was sie machen. Schließlich kam der 43-Jährige darauf, die rein fiktiven Episoden, die zum Teil auch sein eigenes Leben berühren, aufzuschreiben unter dem Titel „Ich24“, „weil es die Linie 24 ist.“ Der Inhalt der 24 Geschichten sei ironisch, witzig, erotisch und böse.
200 Soft-Cover-Exemplare habe er zunächst drucken lassen, dann noch mal 300 Hard- und Soft-Cover gemischt. Verkauft wird „Ich24“ im Cafe UNIKAT an der Brockdorfstraße 92. Außerdem ist sein Erstlingswerk über seinen E-Shop www.timobookshop.jimdo.com erhältlich, gern auch mit Widmung des Autors, der übrigens den Einband selbst gezeichnet hat. „In meiner Schulzeit habe ich mehr gezeichnet als geschrieben“, erinnert er sich. Und dass seine Grundschul-Lehrerin ihm beigebracht habe, dass man niemals einen Satz mit „ich“ anfängt. „Aber wenn ich ein Buch schreibe, kann ich machen, was ich will.“ Gleich mit viermal „ich“ beginnt denn auch sein Text. Bei den Lesungen würden die Besucher manchmal Tränen lachen, einige aber auch geschockt sein, erzählt der gebürtige Stuttgarter, der mit seiner Familie seit vier Jahren in Rahlstedt wohnt. Mit zwei Verlagen sei er mittlerweile in Verhandlungen, sagt der Rahlstedter, der bereits an seinem zweiten Buch schreibt.
Wenn ihm neben seiner Arbeit und dem Schreiben noch Zeit bleibt, macht er mit Ehefrau Siva Fröhlich, einer Künstlerin, gern Strandspaziergänge „oder ich verkrümel mich in meinen Musikkeller und schreibe an meinen Songs.“
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