Hamburger Firmen zeigen soziales Engagement

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Tauschen sich aus: Bernd Arend von Hauni Maschinenbau (l.) und Bewohner Mohammad Chehrazi, der eine Theatergruppe in Farmsen leitet Foto: nik

Beim Aktionstag „Wi mook dat!“ streichen, kochen, renovieren, reparieren die Unternehmensmitarbeiter. Statt Geld sind Zeit und Know-how gefragt

Von Nicole Kuchenbecker
Farmsen
Wi mook dat!“ heißt der Projekttag, bei dem das soziale Engagement von Unternehmen und deren Mitarbeitern im Mittelpunkt steht. Die Hauni Maschinenbau engagierte sich in diesem Jahr erneut in der Wohn- und Flüchtlingsunterkunft von fördern und wohnen in Farmsen. Dabei wurde das ehemalige Casino zur Begegnungsstätte umfunktioniert. Bernd Arend (56) streicht die Wände während Mohammad Chehrazi (42) ihm von seiner Theatergruppe erzählt. Die Männer kommen ins Gespräch, lernen voneinander. Arend ist technischer Angestellter bei Hauni Maschinenbau und tauschte jetzt einen Arbeitstag lang seinen Schreibtisch gegen Malerrolle und Farbe ein. „Die Arbeit hier wird sehr wertgeschätzt“, sagt Arend. „Das gibt mir ein Gefühl der Zufriedenheit, dafür komme ich gern hierher.“ Gemeinsam mit 15 Kollegen arbeitet der Bergedorfer an dem Umgestaltungs-Projekt in der Flüchtlingsunterkunft. Der Küchentrakt wird aufgemöbelt, die angrenzenden zwei Räume renoviert. „Herr Glißmann brauchte Helfer, also bin ich heute hier“, sagt Chehrazi. Der 42 Jahre alte Mann floh vor vier Jahren aus dem Iran und lebt seitdem in Deutschland. Mit ihm sind noch andere Bewohner gekommen. Sie helfen. In der Unterkunft an der August-Krogmann-Straße sind bis zu 350 Menschen auf dem neun Hektar großen Gelände in drei Häusern und einem Container-Modul untergebracht. „Insgesamt haben wir hier bis zu 32 verschiedene Nationalitäten“, sagt Werner Glißmann (61), Leiter der Einrichtung. Neben Geflüchteten leben hier auch Obdachlose. „Wir sind hier beseelt“, freut sich Glißmann. Die Umgestaltung des alten Casinos hilft mit, das soziale Leben in der Wohneinrichtung zu fördern. In den „neuen“ Räumlichkeiten können nun Hochzeiten oder Geburten gefeiert werden. Thorsten Hoffmann (50) und Harald Reimers (51) sind gerade damit beschäftigt, die Küche neu zusammenzubauen. Aus drei alten gestalten sie eine neue. Die ersten Schränke hängen und stehen bereits. „Wir sind mit dem Herzen dabei“, sagt Hoffmann, der eigentlich in der Marketing-Abteilung arbeitet. Bis zum Feierabend wird das Projekt abgeschlossen sein. Reimers, der in der Layout-Abteilung bei Hauni arbeitet, schwärmt: „Es ist wunderbar, und man tut etwas Gutes dabei.“ Zu sehen, was man gemeinsam alles an einem Tag auf die Beine stellen kann und sich dazu auch noch sozial zu engagieren, steigert das Gemeinschaftsgefühl. Aus diesem Grund riefen Claudia Seehusen (51), Expertin für gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, und Diplom-Soziologin Anja Engelke (50) 2014 den „Wi mook dat!“-Aktionstag für Unternehmen in Hamburg ins Leben. Seither findet er jährlich und mit großer Beteiligung von Unternehmen statt.

Weitere Infos: „Wi mook dat!“
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