Hamburger Pendelbus für Flüchtlinge bleibt

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Leerer Pendelbus für Flüchtlinge. Behörde für Inneres und Sport an dem Shuttlebus-Konzept für das Ankunftszentrum fest Foto: wb

Behörde: Shuttle zum Aufnahmezentrum Meiendorf gerechtfertigt

Rahlstedt/Meiendorf Sind die sinkenden Flüchtlingszahlen der einzige Grund, warum der Pendelbus zwischen dem Ankunftszentrum Meiendorf und dem Rahlstedter Bahnhof/Doberaner Weg oftmals leer bleiben? Oder fehlen den ankommenden Hilfesuchenden schlichtweg Informationen wie sie zum Ankunftszentrum gelangen? Die Sonne brennt an diesem Nachmittag. Am Busbahnsteig warten einige Fahrgäste auf ihre Busse. Viel los ist nicht. Für die Linie 875 zum Ankunftszentrum in Meiendorf wartet hier niemand. Dennoch hält die Behörde für Inneres und Sport an dem Shuttlebus-Konzept für das Ankunftszentrum fest. „Die Aufnahmeeinrichtung Barkoppelweg/-stieg liegt in einem Industriegebiet. Dieses ist nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden“, sagt Norbert Smekal vom Einwohner-Zentralamt. „Da Flüchtlinge zu allen Tages- und Nachtzeiten eintreffen können, ist es notwendig, eine zügige Weiterleitung an die Aufnahmeeinrichtung sicher zu stellen. Dies gilt insbesondere für Schutzbedürftige, Kranke und Frauen mit kleinen Kindern.“Jeweils stündlich verkehrt daher der Shuttlebus von Montag bis Sonnabend in der Zeit von 6 bis 23 Uhr, am Sonntag von 8 bis 20 Uhr (wir berichteten). Stadtbusse mit 70 Sitzplätzen und Gelenkbusse mit 105 kommen auf der Pendelroute im Einsatz. Dafür zahlt der verantwortliche Träger des Ankunftszentrums Rahlstedt monatlich 20.000 Euro.

Busse für Flüchtlinge fahren leer


Leserin Elisabeth Jalbert aus Hamburg-Meiendorf hat mehrfach beobachtet, dass Flüchtlinge gar nicht wissen würden, wie sie zur Zentralen Aufnahmeeinrichtung gelangen sollen. Neben sprachlichen Barrieren, sollen ihnen schlichtweg einfachste Informationen fehlen. „Flüchtlinge kommen mit einem Zettel zur Bushaltestelle, auf dem die Adresse des Ankunftszentrums steht, nicht aber das Wort „Ankunftszentrum“ und schon gar keine Busnummer. Die Flüchtlinge irren herum und fragen (wenn sie dazu überhaupt in der Lage sind) nach Bargkoppelweg/-stieg und landen dann meistens in anderen Bussen beispielsweise 275. Vielleicht ist das schon verbessert worden, aber es ist unverständlich, dass den Flüchtlingen die Busnummer nicht mitgeteilt wird, wenn sie zum Zentrum geschickt werden und dieser Bus extra eingerichtet wurde“, schreibt Elisabeth Jalbert. Sie selbst habe diesen Vorgang mit Sicherheit zweimal beobachtet, vielleicht sogar schon ein drittes Mal, schreibt sie dem Wochenblatt in ihrer E-Mail weiter und fügt hinzu: „Beim letzten Mal konnte ich dann helfen, weil ich inzwischen gesehen hatte, dass der Bus 875 zum Ankunftszentrum fährt.“ (nik)

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