Hammer Straße: Erst Monate, dann drei Jahre lang gesperrt

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Lange Staus vor den Bahnübergängen sind an der Tagesordnung Fotos: Jenssen
  Von Martin Jenssen
Wandsbek. Der Ärger um den Zugverkehr, der täglich durch den Bezirk Wandsbek rattert, ist eine schier unendliche Geschichte. Den ersten Verdruss gab es schon 1865, gleich nachdem die Bahnstrecke in Betrieb genommen wurde. Verdruss gibt es heute noch, vor allem bei Autofahrern. Denn in der Hammer Straße stehen sie täglich vor zwei beschrankten Bahnübergängen im Stau.
Bald soll Schluss sein mit der „unendlichen Geschichte“. Ab 2015, wenn die Bahn das 150jährige Jubiläum der Verbindung zwischen Hamburg und Lübeck feiert, wird mit dem Bau einer Straßenunterführung begonnen. Das wird noch schwieriger für die Autofahrer, denn dann wird die Durchfahrt durch die Hammer Straße für etwa drei Jahre gesperrt. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Tunnelarbeiten in zwei Jahren bekommen die Anwohner in diesem Sommer. Es wird untersucht, ob sich im Boden der Umgebung der beiden Bahnübergänge noch Bomben oder andere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Die Arbeiten für die Kampfmittelsondierung beginnen am 6. Juni und dauern bis zum 4. August. Um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, werden die Arbeiten an Wochenenden oder in den Nachtstunden durchgeführt. Die Hauptarbeiten an dem Tunnel in der Hammer Straße, die 2015 beginnen, werden bis zum Jahr 2018 dauern. Die Kosten für das Bauwerk: etwa 50 Millionen Euro.
Die Bahnstrecke Lübeck - Hamburg wird täglich von über 160 Zügen befahren. Die andere Bahnstrecke zwischen Horn und Wandsbek von 28 Zügen. Die beiden Bahnübergänge werden somit bis zu 190 mal pro Tag geschlossen. Im Schnitt ruht der Verkehr zehn Minuten pro Stunde vor der Schranke. Für die Autofahrer bedeutet der Tunnel eine große Erleichterung.
Bei den Anwohnern ist das Projekt umstritten. Pensionär Wolfgang Heidmann (58) befürchtet großen Schaden im Grünbereich. Vor allem der Mittelstreifen der Hammer Straße wird in Mitleidenschaft gezogen. Heidmann: „Es stehen sehr alte Bäume in diesem Bereich. Sie sollten nicht abgeholzt werden. Dafür nehme ich die kleinen Wartezeiten vor der Schranke gerne in Kauf. Dagegen hält Rudolf Dimmebier (75) den Tunnelbau für längst überfällig. Der Rentner: „Die Bahnschranken sind ein übles Hindernis. Ich musste manchmal bis zu 15 Minuten warten.“

Die Sperrungen in diesem Sommer

Donnerstag/Freitag 6./7. Juni, 23 bis 5. Uhr. Freitag/Samstag 7./8. Juni, 23 bis 5 Uhr. Samstag, 8. Juni, von 22 Uhr bis Montag, 10. Juni, 4 Uhr. Donnerstag/Freitag, 13./14. Juni, 23 bis 5 Uhr. Freitag/Samstag, 14./15. Juni, 23 bis 5 Uhr. Samstag, 15. Juni, 22 Uhr bis Montag, 17. Juni, 4 Uhr. Montag, 17. Juni, 0.15 Uhr bis 4 Uhr. Donnerstag/Freitag, 20./21. Juni, 23 bis 5 Uhr. Freitag/Samstag, 21./22. Juni, 23 bis 5 Uhr. Samstag, 22. Juni, 22 Uhr bis Montag, 24. Juni, 4 Uhr. Samstag, 29. Juni, von 22 Uhr bis Montag, 1. Juli, 4 Uhr. Montag, 1. Juli, 0.15 Uhr bis 4.30 Uhr. Sonntag, 14. Juli, 1.20 Uhr bis 12.30 Uhr. Sonntag, 28. Juli, 1.20 Uhr bis 12.30 Uhr. Sonntag, 4. August, 1.20 Uhr bis 12.30 Uhr.

Die Umleitungen

Die Straßensperrung erfolgt unmittelbar vor oder hinter den Bahnübergängen, so dass die Hammer Straße für Anlieger aus Richtung Süden bis Claudiusstieg befahrbar bleibt. Aus Richtung Norden können Anlieger die Straße ungehindert bis zum Bahnübergang befahren. Fußgänger und Radfahrer können die Bahnübergänge während der Vollsperrung passieren.
Umleitungen: Die Umleitungsstrecke aus Norden in Richtung Horner Kreisel verläuft über die Pappelallee, Caspar-Voght-Straße und endet an der Sievekingsallee. In Gegenrichtung führt die Umleitung über die Jüthornstraße, Robert-Schuhmann-Brücke, Schloßstraße und endet an der Wandsbeker Marktstraße.
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