Heinrich Steinhagen: Bedeutende Ehrungen

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Großlohe hat jetzt einen „Steinhagenweg. Viel Prominenz kam zur offiziellen Einweihung. Foto:rdm
Von Reinhard Meyer
Rahlstedt. Heinrich Steinhagen, ein von der Kunstgeschichte anerkannter Maler als Impressionist, Expressionist und Mitbegründer der Hamburger Sezession, hat von 1920 bis zu seinem Tod 1948 in Rahlstedt–Großlohe gelebt. Jetzt werden ihm in Rah-l
stedt gleich drei bedeutende Ehrungen zuteil. In einer fröhlich-offiziellen Veranstaltung wurde eine Straße im Neubaugebiet Großlohe „Steinhagenweg“ benannt. In seiner Begrüßungsrede erinnerte Ole Buschhüter, Bürgerschaftsabgeordneter, an den Weg, den diese Namensgebung gegangen ist: In einem Gespräch mit seinen Bürgerschaftskollegen Ekkehard Wysocki und Ulrike Hanneken-Deckert auf der Rückkehr von einer Bürgerschaftssitzung wurde ihnen die Offenheit der Frage des zukünftigen Straßennamens im Neubaugebiet Großlohe bewusst. Sie ließen sich vom Genius Loci – Heinrich Steinhagen - inspirieren und brachten den Vorschlag „Steinhagenweg“ auf den parlamentarischen Weg – Regionalausschuss, Bezirksversammlung – Senat. Der stimmte am 8. November 2011 dem Vorschlag zu. Daneben informierte Ole Buschhüter Horst Schwarz, Vorsitzender des Bürgervereins Rahlstedt, von dieser Initiative. Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff sprach die Hoffnung aus, dass mit dieser Namensgebung das Großlohe-Bild der jetzigen und künftigen Bewohner von Großlohe durch Steinhagen heimatkundlich geprägt sein wird. Horst Schwarz lud die Anwesenden zur Ausstellungseröffnung Heinrich Steinhagen in der Parkresidenz Rahlstedt ein. In bemerkenswerter Einmütigkeit hatten der Bürgerverein Rahlstedt, der Rahlstedter Kulturverein und Kulturwerkstatt Rahlstedt diese Ausstellung organisiert - mit Unterstützung von Kunstsammlern, Freunden der Familie Steinhagen. Die offizielle Namensgebung war für sie ein Anlass, der Öffentlichkeit die künstlerische Bedeutung Heinrich Steinhagens nahezubringen. Die Eröffnung in der Parkresidenz zählte über 100 Besucher. Benedikt S. Scheper, Urenkel Heinrich Steinhagens und zwei Steinhagen-Familienmitglieder waren gekommen. Markus Berns, Direktor, wies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung der Kunst hin – sie ist „Kit der Gesellschaft“, Kultur als schöpferische Betätigung der Menschen „Lebensfreude“. Peter Blänsdorf, als ehemaliger Rahlstedter Galerist mit dem Werk Heinrich Steinhagens vertraut, hielt die späte Laudatio auf den Künstler: Mit seinen Radierungen, Zeichnungen, Holzschnitten, Pastellen, Aquarellen, Ölbilder war Steinhagen Autodidakt. Die traumatischen Erfahrungen des ersten Weltkrieges haben sein künstlerisches Werk geprägt. 1920 verkaufte er sein gesamtes Ouevre und kaufte ein Grundstück in der damaligen „Walachei“ – dem heutigen Großlohe. Er baggerte und baute ein Haus aus Lehm – ohne Baugenehmigung ,äußerst eigenwillig in der Außenarchitektur, verwinkelt in der Innenarchitektur. Ende des 2. Weltkrieges geriet er mit den Nazis in Konflikt. Heinrich Steinhagen war sozial sicher engagiert, doch er blieb gegenüber gesellschaftlichen Regelungen unangepasst – ein Querdenker. Er starb 1948. Sein für die Kulturgeschichte bedeutendes Haus wurde 1968. Die dritte Ehrung: Das KulturWerk Rahlstedt lädt ein zum Werksgespräch, mit dem Ziel eine umfassenden Würdigung dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit und ihres Lebenswerkes. Teilnehmer: Benedikt S. Scheper und Lothar Stolte, Cellist. Moderation: Katharina Joanowitsch

Mittwoch, 16. Mai, 19.30 Uhr Parkresidenz Rahlstedt. Eintritt frei.
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