Heißes aus Wandsbek

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Experte Alexander Hübener im Wetterkontrollzentrum des Institutes in TonndorfFoto: Glitz

Das Institut für Klimakommunikation sagt das Wetter vorher

Von Rainer Glitz 
Tonndorf. Der Talkshow-Moderator Reinhold Beckmann lacht von einem großen Poster herunter, Bühnenarbeiter hämmern und sägen in den großen Hallen. Etwas versteckt in einer Ecke am Rand des Studio-Hamburg-Geländes liegt das Institut für Wetter- und Klimakommunikation. Vom vierten Stock aus hat man einen guten Blick bis nach Jenfeld. Im Kontrollzentrum hängen Uhren mit den Zeiten aus allen Kontinenten. Acht große Monitore an der gegenüber liegenden Wand zeigen Satelliten- und Radarbilder von Norddeutschland, aber auch die aktuellen Pegelstände der Elbe oder die Tornado-Lage in den USA. „Die Basis für eine gute Wettervorhersage sind viele, weltweit gesammelte Daten“, erklärt Alexander Hübener, geschäftsführender Gesellschafter des Institutes. Die Messwerte stammen von der Weltorganisation für Wetterdaten. „Es gibt in den USA, Japan und Europa große Modelle für Voraussagen, die alle ähnlich funktionieren“, sagt Hübener. Daraus werden dann die kleinräumigen Prognosen errechnet, in diesem Fall für Hamburg und Umgebung. Dabei helfen Satellitenbilder und Radaraufnahmen. „Wir haben als einziges privates Institut ein eigenes Niederschlagsradar und können den Regen praktisch grundstücksweise darstellen“, sagt der Tonndorfer
Wetterfrosch nicht ohne Stolz. Die aktuellen Prognosen gehen von einem kleinen Fernsehstudio direkt neben dem Kontrollzentrum aus zu den TV-Sendern „Hamburg 1“ und „SAT 1 Nord“, weitere Kunden sind das Hamburger Abendblatt, RSH und weitere private Radiosender. Sie alle bekommen aktuelle Wetterdaten, fertige Moderationen und Talks aus Tonndorf. 13 Mitarbeiter beschäftigt das Institut, nicht nur Meteorologen, sondern auch Computerfachleute.
„Die Atmosphäre ist ein extrem chaotisches System, eine lokale Wettervorhersage ist deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe“, sagt Alexander Hübener selbstkritisch. Der jeweils nächste Tag sei mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent zu prognostizieren.

Drei-Tages-Trend

„Das bedeutet aber auch, trotz aller Technik, dass wir an sieben Tagen im Jahr komplett daneben liegen“, gibt der Wetterexperte zu. Seriös voraussagen ließen sich drei Tage, danach könne man nur einen Trend für fünf bis sechs Tage angeben. Und wie wird nun der Sommer 2013? „Das kann ich überhaupt nicht sagen“, lacht Hübener. Auch Bauerregeln würden da nicht weiterhelfen. Die letzten Jahre hatten wir in Hamburg übrigens normale Sommer, auch wenn einige das anders empfunden haben. „Die Erwartungen an den Sommer bei uns sind einfach zu hoch“, sagt Hübener. So gebe es laut Statistik nur wenige Tage mit Werten über 30 Grad.
Das Wetter sei aber manchmal ein Wiederholungstäter, so der Experte. Derzeit werde beim Institut für Wetter- und Klimakommunikation die Großwetterlage von 2006 analysiert. Auch damals gab es einen kalten März und viel Regen im April und Mai. Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft schien dann aber vier Wochen lang die Sonne. Es gibt also noch Hoffnung für diesen Sommer. (rg)
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