Heißkaltes Gerücht

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Eine Wochenblatt-Fotomontage, aber dennoch eine Bereicherung für den Stadtteil: So könnte das Eiscafé an der Kreuzung Spitzbergenweg/ Nordlandweg aussehen Montage: Baumann/wb

Bezirksamt: Eiscafé-Pläne unbekannt. Aber Frist gesetzt

Von Rainer Glitz
Meiendorf
Die Flachbauten der alten Ladenzeile an der Kreuzung Spitzbergenweg und Nordlandweg verfallen seit Jahren. Das gilt auch für den ehemaligen Friseursalon und das Wohnhaus direkt daneben. Es gibt im Stadtteil Gerüchte über Ratten und jugendlichen Drogenkonsum auf dem vollgemüllten Gelände. Doch in den vergangenen Tagen tut sich etwas. Die Graffiti-Schmierereien sind verschwunden, der Friseursalon hat neue Scheiben, die Fassaden sind frisch geweißt. Und es gibt ein weiteres Gerücht: Angeblich sollen Wohnhaus und Salon vermietet sein, um dort ein Eiscafé zu errichten. „Es wäre natürlich eine Bereicherung für den Stadtteil, aber fast zu schön, um wahr zu sein“, sagt die SPD-Bezirksabgeordnete Marlies Riebe. Die Skepsis ist angebracht. „Dem Bezirksamt ist hierüber nichts bekannt“, erklärt dessen Sprecherin Lena Voß auf Anfrage.
Und das Bezirksamt Wandsbek sollte es wissen. Denn es hat gegen den Eigentümer ein Verfahren zur Herstellung ordnungsgemäßer Zustände eingeleitet und eine Frist bis Mitte Mai gesetzt, ansonsten droht ein Zwangsgeld. Dies erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage.
Ordnungsgemäße Zustände könnten demnach sowohl durch eine Gebäudesanierung als auch den Abbruch der Gebäude hergestellt werden. Der Eigentümer zeigte sich bislang wenig kooperativ und legte Widerspruch ein. „Dass sich dort tatsächlich etwas tut, ist sicherlich auf die Anordnungen des Bezirksamts zurückzuführen“, so Buschhüter. Der Eigentümer erwarb das Grundstück 2007 bei einer Zwangsversteigerung und spekuliert offenbar auf den Verkauf zu einem Vielfachen des damaligen Preises. Seit Anfang 2009 sichert ein Bauzaun den von vielen Meiendorfern so empfundenen Schandfleck.
Die lokale SPD favorisiert eine Neubebauung des Grundstückes mit Wohnungen. Das kann sich auch die CDU-Bezirksabgeordnete Claudia Folkers gut vorstellen. Und sie hat auch eine Idee, wie man die alte Ladenzeile vorübergehend nutzen könnte. „Dort könnte man die Läden des EKZ Spitzbergenweg unterbringen, während dort neu gebaut wird“, sagt Folkers. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Bausubstanz der Flachbauten noch gut genug ist. Das Wohnhaus ist jedenfalls derzeit aufgrund gestohlener Wasser- und Heizungsrohre unbewohnbar und bleibt vorerst ein Schandfleck.
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