Helmut, der Netzwerker in Hamburg

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Mit seiner markanten blauen Tasche ist Quartiersbotschafter Helmut Braune in Hohenhorst unterwegs Foto: rg

Quartiersbotschafter kämpft gegen die Vereinsamung Älterer

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Ich wollte etwas Sinnvolles machen, nicht nur die Füße hochlegen und Fernsehen“, sagt Helmut Braune. Deshalb suchte der Rentner nach einer Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Durch einen Artikel im Wochenblatt stieß der 71-Jährige auf das Projekt Quartiersbotschafter. „Ihr Ansprechpartner für ältere Menschen vor Ort“ lautet dessen Motto, Zielgruppe sind die Senioren in Hohenhorst, die eher isoliert und vereinsamt leben. „Wir wollen Neugier erzeugen und Angebote aufzeigen, die kostenfrei oder sehr günstig und zu Fuß zu erreichen sind“, erklärt Braune seine Aufgabe.
Welche Seniorentreffs gibt es im Quartier, welche Vereine und Veranstaltungsorte für Kultur und Freizeit? Wo kann man Hilfe bekommen bei Problemen mit dem Vermieter, bei Fragen zum Wohngeld oder zur Pflege? Darauf sollen die Quartiersbotschafter Antworten parat haben.
„Es ist nicht die Aufgabe, selbst mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen, sondern Kontakte zu vermitteln, im günstigsten Fall gleich einen Namen“, erläutert Barbara Petersen vom Aktivoli Freiwilligenzentrum Wandsbek das Konzept. Sie koordiniert das Projekt, das aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums für drei Jahre finanziert wird. „Ich sammle immer noch Kontakte und Informationen, das entstehende Netzwerk ist wichtig und hilfreich“, erklärt Quartiersbotschafter Braune. Der schwierigste Teil seiner ehrenamtlichen Arbeit sei es, mit den Senioren ins Gespräch zu kommen.
„Viele sind abwartend und denken, ich will ihnen etwas verkaufen“, erklärt der sympathische Rentner. Das gelte vor allem für Männer. Etwas von sich preiszugeben oder Hilfe anzunehmen, passe nicht in ihr Rollenbild, vermutet der 71-Jährige, der Soziologie und Pädagogik studiert und später als Rettungssanitäter gearbeitet hat.
Mit seiner markanten blauen Tasche und dem Logo der Quartiersbotschafter versucht Helmut, im Einkaufszentrum, auf der Straße oder im Café im Haus am See, immer wieder mit Senioren ins Gespräch zu kommen. Jeden Freitag bietet er darüber hinaus von 10 bis 11 Uhr 30 eine Sprechstunde im Haus am See. „Der Quartiersbotschafter soll ein Begriff werden“, hat sich Helmut Braune fest vorgenommen. Das Projekt sucht weitere Mitstreiter für Hohenhorst und Jenfeld. Bewerber sollten Zeit haben, kontaktfreudig und offen sein.


Kontakt: Barbara Petersen, Tel.: 668 514 113 oder barbara.petersen@gmx.de
aktivoli-wandsbek.de
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