„Herz von Dulsberg“ in Gefahr

Anzeige
Lehnen den Abriss ab: Marion Hanusch, Helke Narde und Norbert Stindt (v.l., stehend) sowie Helga Mißfeld, Horst Niemand und Roger Popp (v.l., stitzend). Fotos: nk

Anwohner lehnen Abriss der Frohbotschaftskirche ab

Von Nicole Kuchenbecker
Dulsberg. Der geplante Abriss der Frohbotschaftskirche erhitzt die Gemüter. Nun melden sich Anwohner zu Wort. Sie setzen sich für den Erhalt der Kirche ein.
Norbert Stindt, Helke Narde, Marion Hanusch, Roger Popp, Helga Mißfeld und Horst Niemand fühlen sich schlecht informiert, vor vollendete Tatsachen gestellt – bei einer Sache, die eine „Herzensangelegenheit“ für sie ist. Ihre Kirche ist für sie ein Wahrzeichen, das „Herz vom Dulsberg“. Und das soll weiter schlagen.
Für Helga Mißfeld ist die Kirche der Mittelpunkt des Stadtteils. Seit 62 Jahren lebt sie auf dem Dulsberg – ein Dulsberg ohne ihre Kirche ist für die alte Dame unvorstellbar. Auch Architekt Roger Popp kann sich nicht so recht vorstellen, wie der Neubau aussehen kann. Allein der Turm sei eine Landmarke, die unverwechselbar ist. Und dieser soll nebst modernen Neubauten stehen bleiben. Das können sich die Dulsberger noch weniger vorstellen.
Norbert Stindt bemängelte zudem, dass keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten zur Rettung des maroden Kirchenschiffs geprüft worden seien. Er führte an, dass es Stiftungen gebe, die genau für diese Zwecke, den Erhalt von historisch wertvollen Gebäuden, finanzielle Mittel zur Verfügung stellen würden. Beim Bezirksamt sprach der Dulsberger ebenfalls vor und fragte an, ob es nicht Möglichkeiten vonseiten der Stadt und des Bezirkes zur Rettung der Kirche geben würde oder gar EU-Mittel. Die Antwort steht aus. Zu lange habe sich nichts getan. Aber dass jetzt die Abrissbirne kommen soll, ist für Helke Narde und Marion Hanusch völlig abwegig. Vielmehr könne man das Gebäude umnutzen. „Warum schaffen wir im Kirchenschiff keine bezahlbaren Wohnungen beispielsweise für Studenten“, schlug Narde vor. Auch die Gründung eines Freundeskreises der Frohbotschaftskirche wurde in den Raum gestellt. Architekt Popp: „Wir sind offen dafür, dass etwas passiert. Aber wir sind nicht dafür, dass die Kirche die Abrissbirne tanzen lässt.“

Denkmalwürdig
Ideen gibt es derzeit viele. Dennoch ist Fakt: Die Frohbotschaftskirche kann aus eigenen Mitteln die marode Kirche nicht sanieren. Noch hält das Denkmalschutzamt seine Hand über das Gebäude: Bislang wurde es als „denkmalwürdig“ eingestuft. Die Dulsberger Anwohner sind sich einig: Wird ihre Kirche abgerissen, stirbt der Stadtteil.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige