„Hier stöbern reiche und arme Leute“

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Hier gibt es Trödel, gut Erhaltenes und Brauchbares: Andrea Burrmann, Svenja Acke, Mike Manske und Joshua Coordes (v.l.) zeigen, was die Stöberstube alles zu bieten hatFotos: nk
 
Mike Manske gehört auch zum Team der ersten Stunde

Die Stöberstube der Frohbotschaftskirche verkauft seit sieben Jahren die Spenden vor der Kirchentür

Von Nicole Kuchenbecker
Hamburg. „Ich hoffe nicht, dass es ein verflixtes Jahr wird“, lacht Andrea Burrmann (41). Sie arbeitet seit der ersten Stunde mit in der Stöberstube der Frohbotschaftskirche auf dem Dulsberg. Und die feiert die kommenden zwei Wochen ihr siebenjähriges Jubiläum.
Haushaltswaren wie Teller, Tassen oder Geschirr, Kleinmöbel, Schallplatten, Spielzeug oder auch Kleidung für Sie, Ihn und den Nachwuchs. Das alles kann man zu günstigen Preisen in der Stöberstube der Frohbotschaftskirche erwerben. „Klar, man kann bei uns auch Weihnachtsdekoration bekommen. Auch für Halloween haben wir etwas“, erklärt Burrmann weiter. Jeden Montag, Dienstag und Mittwoch steht sie zusammen mit ihren Mitstreitern Svenja Acke (48), Mike Manske (44) und Praktikant Joshua Coordes (22) vor dem Eingang der Frohbotschaftskirche und bietet die Waren an. Kleiderständer, Möbel und Haushaltsartikel in Kisten säumen dann den Eingangsbereich; locken Kunden an. Bei Wind und Wetter. Auch wenn es jetzt kälter wird, steht Andrea Burrmann draußen. Das macht sie gerne, denn sie liebt ihre Arbeit. Seit 2008 ist sie nun als geringfügig Beschäftigte in der Kirchengemeinde tätig. Und das macht Spaß: „Es ist einfach schön, mit Menschen zu arbeiten.“ Und es ist weit mehr als nur ein Beratungsjob, den Burrmann da erfüllt. „Man ist mit den Kunden per ,Du’“, erzählt sie weiter. Manchmal würde man auch privat helfen; beim Einkauf oder beim Gardinenwaschen. Besonders auf die älteren Menschen geht Burrmann ein. Und viele von ihnen zählen auch zu den Stammkunden des Hauses. Doch nicht nur Senioren aus dem Stadtteil kommen, gucken und kaufen in der Stöberstube. „Die Kundschaft ist gemischt“, sagt Mike Manske, „hier kommen arme und reiche Leute.“ Und das soll auch so bleiben. Damit immer genug Ware vor Ort ist, freut sich das vierköpfige Team über zahlreiche Spenden. Burrmann: „Von Haushaltsartikeln können wir nie genug bekommen.“ Egal ob Besteck, Teller oder Handtücher. Alles, was in der Küche gebraucht wird, bleibt nicht lange in den Regalen der Stöberstube. Besonders Teller sind Mangelware. Und auch Herrenbekleidung ist immer wenig da.
Svenja Acke schmunzelt: „Wahrscheinlich liegt es daran, dass Männer weniger als wir Frauen einkaufen und ihre Kleidung einfach länger tragen.“
Wer etwas spenden möchte, kann sich mit Andrea Burrmann telefonisch in Verbindung setzen. Sie ist mobil über
t 0152 / 05 28 69 58 erreichbar. Gerne nimmt sie Spenden entgegen. Auch Haushaltsauflösungen begleitet sie. „Wir durften uns gerade etwas für die Stöberstube bei einer Haushaltsauflösung aussuchen“, sagt sie weiter, „das war natürlich sehr schön.“ Und wenn etwas abgeholt werden soll, dann ist Mike Manske der Mann vor Ort. Auch er arbeitet seit sieben Jahren für die Stöberstube, ehrenamtlich, sammelt die Spenden ein und sortiert die Bücher.
Am kommenden Sonnabend,
4. Oktober feiert die Stöberstube ihr siebenjähriges Bestehen. Damit jeder etwas davon hat, hat sich das Team etwas Besonderes ausgedacht: Vom 7. bis zum 16. Oktober gibt’s zu jedem Kauf etwas dazu. „Entweder bieten wir ,halbe Preise’ oder stecken noch etwas in die Tüte“, sagt Burrmann weiter.

Die Stöberstube der Frohbotschaftskirche, Straßburger Platz 2, hat Montag, Dienstag und Mittwoch von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet
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