Honig für die Bienen

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Nadine, 12, hebt die Wabe aus dem Bienenstock und hält sie in die Kamera. Fotos: Christa Möller
 
Die Schüler analysieren das so genannte Bienengemüll unterm Horoskop.

Ökologisch Imkern an der Schule

JENFELD. Das mögen die Bienen: Imker Torben Schiffer gönnt ihnen das Ergebnis ihrer emsigen Arbeit. Bei ihm dürfen sie den selbst produzierten Honig behalten – größtenteils jedenfalls.
„Wir halten die Bienen um ihrer selbst willen, weil wir gern mit ihnen arbeiten und wegen der Bestäubung und nicht, um sie auszuquetschen“, sagt er. Seit fünf Jahren leitet der engagierte Lehrer die Schulimkerei. Seit drei Jahren wird hier ökologisch geimkert. Und das mit Erfolg. „2009 haben wir den Hanse Umweltpreis gewonnen“, sagt Schiffer, „damit haben wir uns für den Bundeswettbewerb qualifiziert.“ Und auch den gewann die Schule mit ihrem Projekt „Beenature“, das den natürlichen Lebensbedingungen der Honigbienen entgegenkommt. 2011 beim Internationalen Umweltwettbewerb, an dem noch eine weitere deutsche Schule teilnahm, bekamen die Jenfelder die Silbermedaille für ihr nachhaltiges Imkereiprojekt. Die meisten Imker entnehmen den Honig ganz oder überwiegend und ersetzen ihn durch Zuckerwasser. Das jedoch schwächt die Bienen, weiß Torben Schiffer. Ein weiteres Problem sind moderne Styroporwaben, die die Entstehung von Krankheitskeimen fördern. Deshalb verwenden die Schüler in seinen Imkerkursen Holzbausätze für die Waben, die sie nach dem Zusammenbauen verdrahten und anschließend mit einer vorgeprägten Wachsplatte versehen, „damit die Bienen wissen, wie es aussehen soll“. So angeleitet bauen sie nicht wild durcheinander. Den Honig entnehmen die Schüler und ihr Lehrer „in verträglichem Maß – die Bienen produzieren in der Regel einen Überschuss und nur den nehmen wir aus den Stöcken“, sagt Torben Schiffer. Pro Volk wird eine Mindestmenge von etwa 30 Kilogramm über den Winter benötigt. Die Bienenvölker der Schule (derzeit drei vor Ort sowie sechs in einem Außenstand) lieferten vergangenes Jahr immerhin 100 Kilogramm Honig. Davon bekommen die jungen Imker einen Anteil, der Rest wird zugunsten der Schule verkauft.
Die bezuschusst das Öko-Projekt, etwa 100 Euro werden jährlich pro Bienenvolk benötigt, zu etwa 50 Prozent. In Jahren, in denen die Honigeinnahmen ausbleiben, trägt die Schule die gesamten Kosten der Imkerei - das ist in den vergangenen Jahren häufiger vorgekommen. „Wenn an einem Standort die Bienen den Winter nicht überleben oder an einer Krankheit leiden und sterben, kann man das durch den zweiten Standort ausgleichen“, erklärt der Schul-Imkereileiter.
Zehn bis fünfzehn Schüler, von der 5. bis zur 8. Klasse, sind jeweils in den drei Imkerkursen, viele weitere stehen auf der Warteliste. Zum Abschluss können sie den „Kleinen Imkerschein“ (Theorie) machen, wer ein Jahr dabeibleibt, kann auch die Praxis, den „Großen Imkerschein“, in Angriff nehmen. Schon seit zwanzig Jahren wird an der Schule geimkert, die Kurse laufen jeweils ein halbes Jahr an zwei Wochenstunden. „Ich biete auch Sommerferienangebote an“, sagt Schiffer, der schon als Jugendlicher angefangen hat zu imkern.
„Es bringt Spaß, mit den Bienen zu arbeiten“, verrät Nadine (12). Lehrer und Schüler gehen ohne Schutzkleidung aufs Schuldach zu ihren Bienen. Dennoch wissen sie, dass die Insekten unterschiedliche Stimmungen haben. „Wenn man hektisch ist und Angst hat, kann man leicht mal eine Biene einquetschen. Das gibt Stress“, sagt der Lehrer. Demnächst soll eine Webcam den Schülern die Beobachtung der Bienenstöcke auch zuhause ermöglichen. (cm)
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