Horst Felter spendet Zeit

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Horst Felter (75) im Unruhestand: Der Bramfelder betätigt sich als Imker, aber auch als Zeitspender für den ASB Foto: ks

Imkern, Handwerken mit Schülern, Helfen: Der Bramfelder ist vielseitig im Einsatz

Von Klaus Schlichtmann
Bramfeld/Steilshoop
Der Mann ist im Un-Ruhestand, seit Jahrzehnten schon. Horst Felter aus Bramfeld ist inzwischen 75 Jahre alt. Bereits 1990 hat der Klempner- und Installateurmeister seinen Handwerkbetrieb in Steilshoop verkauft, wollte eigentlich „ein wenig kürzer treten“. Aber ans Aufhören denkt er auch heute noch nicht - „wenn er nichts um die Ohren hat, wird er hibbelig und nervös“, meint seine Frau. Aktuell hat der kräftige und tatkräftige Mann wieder etwas um die Ohren. Seit einigen Wochen gehört er zu den rund 50 sogenannten „Zeitspendern“ in Hamburg, die für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) an 13 Schulen im Stadtgebiet mit ihren Erfahrungen und Begabungen sowie mit Rat und Tat im Einsatz sind, um gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen im Werkunterricht Gegenstände her zu stellen. Horst Felter engagiert sich in der „Schule am See“ in Steilshoop in dem Projekt „Handwerk macht Schule“, das der ASB selbst ins Leben gerufen hat.
Das neueste Werkstück, das der Handwerksmeister mit den Jugendlichen mit Schülern der Schule am See und der Helmuth-Hübener-Schule in den zurück liegenden Wochen hergestellt hat, ist stolze 170 Zentimeter hoch, rund 30 Kilo schwer und aus glänzendem Kupfer. Es ist eine Olympia-Skulptur, die die Disziplinen Laufen, Speerwurf, Fußball und Diskus-Weitwurf darstellt – passend zu Hamburgs Olympia-Bewerbung für 2024.
„Wir haben noch soviel Kupfermaterial übrig behalten, dass wir jetzt mit einer anderen Schulklasse Namensschilder daraus herstellen wollen“, beschreibt der agile Meister sein neues Werk-Projekt.
So nebenher – die Saison beginnt jetzt – betreibt Horst Felter auch noch eine kleine Imkerei, „kümmert“ sich um seine rund 100.000 Bienen in fünf Völkern, die in Körben am Rande von Steilshoop leben. Auch aus ökonomischer Sicht recht erfolgreich, denn ein Volk sammelt in guten Jahren bis zu 30 Kilo feinen Lindenhonig. Und, wie sollte es anders sein, erklärt Horst Felter auch hier an seinen Körben Hamburger Schulkindern immer mal wieder die Bienenzucht. Nach Russland kommt er jetzt nur noch selten, aber er erinnert sich gerne an diese Zeit. Hier hat er sich engagiert, in diversen Hilfsprojekten nach dem Zusammenbruch der alten politischen Strukturen. Rekordverdächtig sind seine zahlreichen Reisen nach Jekatarinburg am Ural: 111 mal war er dort innerhalb von zwölf Jahren. Mit dem Flugzeug, aber oft auch mit dem Lkw, um die Kliniken in der 1,3 Millionen-Stadt mit Hilfsgütern, Betten, Medikamenten zu versorgen. Und um mit den Menschen dort zu reden und Andachten abzuhalten, denn Horst Felter ist Mitglied der Neuapostolischen Kirche und war, wie er sagt, auch als Jünger unterwegs. Er beschreibt es so: „Jesus war mit seinen zwölf Aposteln auf Reisen, ich als Apostel Horst dagegen mit zwölf Reisekoffern ...“

Für das Projekt „Zeitspender“, sucht der ASB noch handwerklich erfahrene Mitstreiter: 253 305 04 oder www.asb-hamburg.de
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