Hunde an die Leine

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Christine (6) und Maria (8) weisen mit ihrem Schild auf ein Problem in Hamburgs Wälder hin- „frei laufende Hunde“. Foto: hbz

Kinder appellieren an Besitzer von Vierbeinern

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Ein Rundgang mit einem Förster ist immer eine spannende Sache für Naturliebhaber. Das dachten sich wohl auch einige Rahlstedter, die am vergangenen Donnerstag, der Einladung des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ekkehard Wysocki auf der Stadtteilkonferenz Rahlstedt-Ost. Förster Johannes Noffke ist hier kein Unbekannter, erklärte er hier doch vor zwei Jahren ausführlich, warum die von manchen Anwohnern geschätzten Pappeln in einer größeren Anzahl gefällt werden müssen. Auch dieses Mal waren diese Bäume, die unmittelbar nach dem Krieg gepflanzt wurden, ein Thema. Johannes Noffke ist Beamter bei der Stadt Hamburg. Sein Arbeitsgebiet ist die Revierförsterei Volksdorf, zu der auch die beiden von Wohngebieten umschlossenen kleineren Rahlstedter Wälder Wehlbrook und Hegen gehören. „Kleine Perlen“, nennt Noffke diese beiden Gebiete. Der rund 16 Hektar große Hegen ist mit seinen etwa 25 Baumarten und einigen seltenen Orchideenarten sehr intakt. Hier lebt auch der Schwarzspecht, der als „Zeigervogel“ für einen gesunden Wald gilt. Allerdings gibt es natürlich auch Sündenfälle hier“, sagt Noffke. Dazu gehören die Pappeln, die standortfremd wegen ihres schnellen Wachstums als Holzlieferanten gepflanzt wurden und heimischen Bäumen wie Eichen und Buchen den Platz nehmen. Auch die Anleinpflicht für Hunde war ein Thema. Aktueller Anlass: Am Eingang zum Bauspielplatz hatten Kinder wegen des Weltkindertages einen kleinen Stand mit Kaffee und Keksen aufgebaut und wiesen Spaziergänger mit einem selbst gefertigten Holzschild und der Aufschrift „Achtung! Kleine Rehkitze im Wald. Hunde an die Leine!!!“ auf die Problematik hin. Die Kinder erinnerten damit an den Vorfall vom Juni, als ein frei laufender Hund ein Reh angefallen hatte. Das Tier erlag seinen Verletzungen, sein Rehkitz fand bei Familie Wriggers in Ahrensfelde Asyl (wir berichteten). „Das Kleine hat sich prächtig entwickelt und kann bald wieder ausgewildert werden“, sagte Noffke. So sehr sich Noffke in diesem Falle freut, wird er generell beim Thema der freilaufenden Hunde „sehr ärgerlich“. Und Noffke hat Gründe dafür, wie Horst Schwarz, der erste Vorsitzende des Rahlstedter Bürgervereins beim Rundgang erklärte:„Erst kürzlich gab es im Wehlbrook wieder so einen Fall, bei dem eine Spaziergängerin ihren Hund unangeleint laufen ließ. Der verfolgte ein junges Reh bis in einen Garten und verbiss sich in das Tier. Es konnte nur gerettet werden, weil man den Hund würgte bis er davon ab ließ.“ Am Ende des Rundganges waren die Teilnehmer zufrieden, denn neben spannender Diskussion über Hunde, Hege und Pflege hatte mancher so ganz neben bei ein Rotkehlchen oder ein Hornissennest entdeckt.
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