Hundevergifter am See

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Jimmy, ein acht Monate alter Labrador, wird am Bramfelder See an der Leine geführt – zur Sicherheit zum Schutz vor Giftködern Foto: tel

Präparierte Köder am Wegesrand: ein Tier schon tot. Polizei sucht Hinweise

Von Michael Hertel
Bramfeld/Steilshoop
Achtung Hundebesitzer: Rund um den Bramfelder See lauert ein Hundehasser mit Giftködern auf Vierbeiner. Nach Informationen der Polizei gab es in den vergangenen Wochen zwei Vorfälle – in einem davon überlebte der Hund nicht. Die Polizei appelliert eindringlich an die Besitzer, ihre Tiere am Bramfelder See vorschriftsmäßig – nicht ohne Leine – herumlaufen zu lassen.
Jens Hildebrandt vom Polizeikommissariat 36 (Ellernreihe), seit zwei Jahren als Stadtteilpolizist in Bramfeld aktiv: „In diesen zwei Jahren habe ich selbst schon fünf derartige Vorfälle registriert. Das Schlimme ist, dass es praktisch keinerlei Hinweise auf den Täter oder die Täterin gibt, erst recht keine Täterbeschreibung.“ Der Giftausleger geht offensichtlich raffiniert vor. Polizeioberkommissar (POK) Hildebrandt: „Wahrscheinlich macht er sehr früh seine Runde, legt Fleischbällchen mit Ratten- oder anderen Giften in den Büschen entlang der Wege aus.
Bis heute ist niemand dabei beobachtet worden.“ Natürlich riechen Hunde die Fleischbällchen sofort und schnappen arglos zu. Nach Hildebrandts Erfahrung muss mit den vergifteten Ködern das ganze Jahr über gerechnet werden: „Der Täter oder die Täterin ist nicht nur im Frühjahr aktiv. Oft vergehen Monate zwischen den einzelnen Vorfällen. Außerdem gilt die Warnung nicht nur für die Gegend um den Bramfelder See. Auch in Steilshooper Grünanlagen sind schon Giftköder entdeckt worden.“

Sofort zum Tierarzt


„Rattengift ist ein Gerinnungshemmer. Wenn es von Tieren gefressen wird, verbluten sie langsam innerlich“, erklärt der Bramfelder Tierarzt Dr. Fabian von Manteuffel (55). Die Vergiftungserscheinungen seien erst nach Stunden wahrzunehmen: Die Tieren werden erst müde und dann blass.
Von Manteuffel rät Hundebesitzern: „Gehen Sie sofort zum Tierarzt, wenn Sie den Verdacht auf eine Vergiftung haben. In der ersten halben Stunde nach Aufnahme des Köders kann man den Hund zum Erbrechen bringen. Es gibt auch ein Gegenmittel gegen Rattengift.“ POK Hildebrandt hofft, den Hundehasser vom Bramfelder See eines Tages schnappen zu können und bittet die Bevölkerung: „Schauen Sie hin, wenn sich Personen in den Grünanlagen verdächtig benehmen und etwas liegen lassen; melden Sie es der Polizei!“
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