Ihre Hilfe kommt an

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Aydan Özoguz, die Nachbarschaftsmütter Aysel Dal und Gifty Kranz und Andrea Pauline Martin von der Joachim-Herz-Stiftung (v.l.n.r.) Foto: Glitz

„Nachbarschaftsmütter“: Besuch von Özoguz (SPD)

Von Rainer Glitz
Hohenhorst
„Ich bin immer gerne in meinem Wahlkreis unterwegs“, bekannte Aydan Özoguz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration – und außerdem Wandsbeker SPD-Abgeordnete. Vor einem Jahr übernahm sie die Schirmherrschaft für das Projekt „Nachbarschaftsmütter“, jetzt sprach sie direkt mit den 14 Frauen über ihre Arbeit in Hohenhorst. Wichtig sei bei Familien aus Afrika immer ein Lächeln, um ihnen die Angst zu nehmen, erfuhr Özoguz. Häufigste Themen seien Erziehung und Schule, etwa wenn Eltern das Gefühl haben, ihre Kinder würden benachteiligt. Aber auch die Sprachbarriere ist ein Problem, etwa wenn Anträge und Formulare ausgefüllt werden müssen. Hier bieten die Nachbarschaftsmütter ihre Hilfe an.
„Mein erster Eindruck von vor einem Jahr hat sich bestätigt. Die Frauen sind hochmotiviert, haben enorm viel zu tun und leisten sehr gute Arbeit“, sagte Aydan Özoguz. Das belegen auch die Zahlen: Die Nachbarschaftsmütter erreichten bislang 218 Migranten-Familien, an die man sonst wohl nicht herangekommen wäre. 272 Mal begleiteten sie die Frauen zu Ärzten, Behörden oder sozialen Einrichtungen. Bei 173 Treffen informierten sie über die zahlreichen Angebote in Hohenhorst, bei 48 Hausbesuchen halfen sie beim Ausfüllen von Anträgen. Mittlerweile haben die Mütter einen gewissen Bekanntheitsgrad im Stadtteil und werden angesprochen. Vor allem aber macht es den Frauen aus Afghanistan, Deutschland, der Türkei, Ghana, Mali, Marokko, dem Libanon, Ägypten, Tunesien, Nigeria und Polen Spaß.
Sichtlichen Spaß hatte auch Staatsministerin Özoguz im Eltern-Kind-Zentrum im Dahlemer Ring, wo sie sich zu den kleinen Besuchern auf den roten Teppich setzte und mit ihnen spielte. Weitere Stationen des Rundgangs waren das Haus am See in der Schöneberger Straße und die Grundschule Charlottenburger Straße. Im dortigen Elterncafé bieten die Nachbarschaftsmütter regelmäßige Sprechzeiten an. Träger des Projektes ist der Verein Erziehungshilfe, Mitarbeiter der Beratungsstelle „Auf Kurs“ haben die Frauen geschult. Die Anschubfinanzierung kommt vom Hamburger Spendenparlament, der Homann-, der Alfred-Toepfer- und der Joachim-Herz-Stiftung. „Es ist ein wichtiges Modellprojekt“, so die Bilanz von Staatsministerin Özoguz. Zum Abschied aß sie mit den Nachbarschaftsmüttern einen Teller Kürbissuppe, dann drängte der nächste Termin.
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