Im Einsatz für die Natur

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„Man kann sich nicht in seine Schutzgebiete zurückziehen und da die Blümchen pflegen“, ist Horst Bertram überzeugt Foto: Möller

Der Botanische Verein zu Hamburg ist seit 1891 aktiv

Von Christa Möller
Sasel. Wenn in Hamburg gebaut wird, dann hat gelegentlich ein besonderer Verein mitzureden: Der Botanische Verein zu Hamburg wurde 1891 gegründet, um Verständnis für die Natur zu wecken. „Nur was man kennt und liebt, das schützt man auch“, nach diesem Motto sind die 450 Vereinsmitglieder auch heute noch aktiv. Bis in die Siebzigerjahre war der Verein noch forschend tätig, heute gehört zu seiner Zielsetzung unter anderem, Naturschutz auf politischer Ebene durchzusetzen und Stellungnahmen gemäß Paragraph 20 des Bundesnaturschutzgesetzes zu erarbeiten. So ist derzeit die Entstehung eines Gewerbegebietes im Stapelfelder Moor, ähnlich dem Mercurpark in Rahlstedt, im Gespräch. Das Gelände befindet sich zur Hälfte auf Hamburgischen Gebiet. „Man muss da ansetzen, wo die Ideen aufkommen“, weiß Horst Bertram, 2. Vereinsvorsitzender. Die Idee, dass man die Rahlstedter Feldmark zum Gewerbegebiet umnünzen könnte, gefällt ihm wenig.
Der Verein betreut Naturschutzgebiete wie die Hummelsbüttler Moore, die Sievertsche Tongrube und den Poppenbüttler Graben und ist auch aktiv im Duvenstedter Brook, den Volksdorfer Teichwiesen und der Boberger Niederung, regelmäßig gibt es Müllsammlungen. Das Engagement für den Naturschutz kostet relativ viel Zeit, aber „das gehört sich so“, stellt der ehemalige Biologielehrer klar. Er weiß, die Kinder in der Schule lernen wenig von Pflanzen und Tieren, andere Zielsetzungen sind heute gefragt. Da setzt der Verein an, bietet Exkursionen an, die für Schulklassen kostenlos sind. Sponsor ist die Joachim Herz-Stiftung. Auch Gymnasien nehmen das Angebot dankbar an. Die Ziele geben die Lehrer vor und so geht es unter Anleitung von Studenten oder Diplomanden zum Beispiel durch das Wandsbeker Gehölz oder entlang des Wandse-Grüns. Der Vorteil, wenn man sich außerhalb der Naturschutzgebiete bewege sei, dass die Kinder auch mal Totholz untersuchen und sich überhaupt frei bewegen könnten. Der 2. Vorsitzende leistet seit fast vierzig Jahren Vorstandsarbeit im Botanischen Verein, gestaltet er das Programm, verschickt den Newsletter.
Dr. Hans-Helmut Poppendieck, seit 1982 Vorsitzender des Vereins, ist Kustos am Herbarium der Universität Hamburg. „Er hält die Verbindung zur Wissenschaft und vertritt uns im Naturschutzrat Hamburg“, sagt Horst Bertram. Poppendieck hat sich intensiv mit der Redaktionsarbeit am Pflanzenatlas beschäftigt, einem der Vereinsprojekte. Dieser „Verbreitungsatlas der Flora von Hamburg“ ist inzwischen in der 2. Auflage erschienen. Neben dem Vorspann über die Besonderheiten Hamburgs beschreibt das umfangreiche Werk die Verbreitung der Pflanzen.
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