Im Einsatz fürs Gemeinwohl

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Bernd Clemens Knoblauch ist ehrenamtlicher Richter und zeigt zusätzlich soziales Engagement beim ehrenamtlichen Besuchsdienst in einem Schwerbehindertenheim. Foto: cm

Dringend gesucht: Ehrenamtliche Richter

Von Christa Möller
Bezirk Wandsbek. Leonore Matouschek tut es und Bernd Clemens Knoblauch tut es auch: Beide engagieren sich als ehrenamtliche Richter für Strafsachen in Hamburg, sie sind Schöffen. Leonore Matouschek ist außerdem Vorsitzende des Landesverbandes Nord der Deutschen Schöffinnen und Schöffen. Sie betont: „Wir sind ein Forum für die Schöffen.“

„Als Schöffe habe ich genauso eine Stimme wie die Richter.“ Bernd Clemens Knoblauch
Bernd Clemens Knoblauch, der das interessante Amt gern ausübt, war zunächst einige Jahre ehrenamtlicher Verwaltungsrichter, anschließend ist er für das Schöffenamt ausgewählt worden, das er seit 2009 inne hat. Weil sich nicht genügend Hamburger freiwillig melden, wird behördlicherseits eine Auswahl getroffen und gegebenenfalls bei der Schöffenwahl bestätigt. Hierbei zählen Lebens- und Berufserfahrung, denn die Schöffen haben keine juristische Ausbildung für das Pflicht-Ehrenamt, das übrigens nur in Ausnahmefällen abgelehnt werden darf.
Die notwendigen Informationen finden sie im „Leitfaden für Schöffen“.
Bernd Clemens Knoblauch hatte in der laufenden Amtsperiode, die noch bis Dezember 2013 dauert, bislang drei Verhandlungen. „Bei zwei Verhandlungen gab es nur einen Prozesstag, aber eine Verhandlung hat insgesamt vier Tage gedauert“, erläutert er. Die Verhandlungen würden immer rechtzeitig angekündigt. Die Schöffen sind bei Verhandlungen über Delikte wie versuchter Totschlag, Mord, Diebstahl oder Drogenvergehen zugegen. „Nach der Strafgesetzordnung muss jeder Zeuge gehört werden, der Angeklagte auch“ - und das kann dauern. „Jeweils von 9.30 bis 16 Uhr wird die Verhandlung angesetzt, manchmal gleich für mehrere Tage.“ Anschließend beraten Berufsrichter und Schöffen über das Urteil. „Als Schöffe habe ich genauso eine Stimme wie die Richter“, sagt der Diplom-Volkswirt. Das Fahrgeld wird übrigens erstattet und es gibt eine Aufwandsentschädigung.

„Nach der Strafgesetzordnung muss jeder Zeuge gehört werden, der Angeklagte auch.“ Bernd Clemens Knoblauch
Wer zu den derzeit etwa 100 Mitgliedern des Landesverbandes Nord der Deutschen Schöffen zählt, der auch auf der Freiwilligenbörse AKTIVOLI im Börsensaal der Handelskammer mit einem Info-Stand vertreten war, bekommt viermal jährlich die Verbandszeitschrift mit aktuellen Informationen und erhält die Möglichkeit, an diversen Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. „Wir hatten zum Beispiel im großen Saal des Oberlandesgerichtes einen Referenten, der über die Ermittlungsarbeit der Polizei gesprochen hat“, erinnert sich Knoblauch, der sich gerade für die nächste fünfjährige Amtsperiode vom
1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2018 beworben hat und anderen rät, es ihm gleich zu tun: „Ich würde in jedem Fall dazu raten, Schöffe zu werden und auch dem Verband beizutreten.“ Wer sich für das Schöffenamt interessiert, muss die Deutsche Staatsangehörigkeit haben, sollte im nächsten Jahr mindestens
25 Jahre alt, aber nicht älter als 70 Jahre sein, seit einem Jahr Hamburger und darf keine Vorstrafen haben. Bewerbungen sind noch bis Ende März bei den Bezirksämtern möglich.
Nähere Informationen:
justizbehörde oder schoeffen-nord
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