Imker warnen vor Pflanzengift im Honig

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Bienen suchen ihren Nektar nicht nur (wie hier) auf ungiftigen Pflanzen Foto: IVHB

Bienen lieben es: Aber Experten warnen vor dem Jakobskreuzkraut

Von Michael Hertel
Bramfeld
In deutschem Honig, vor allem aber in Import-Honigen findet sich verstärkt das Gift Pyrrolizidinalkaloide, kurz „PAs“ genannt. Hauptursache ist die explosionsartige Verbreitung des Jakobskreuzkrauts, dessen gelbe Blüten von Bienen vermehrt angesteuert werden. Das Gift wandert so aus dem Nektar der Pflanze in den Bienenhonig. Auch in und um Bramfeld ist dies immer Thema gewesen. Ein offizieller Grenzwert für PAs in Lebensmitteln (Honig, Tee) existiert zwar noch nicht, aber Landwirtschaftsministerien (etwa in Schleswig-Holstein) mahnen dies an. Jetzt beschäftigt sich auch die Bezirksversammlung Wandsbek mit der Problematik. „PAs sind für den Menschen sehr giftig, können Schäden an Leber, Lunge, Herz und Nieren verursachen und das Erbgut schädigen“, berichtet Prof. Dr. Kurt Nixdorff von der Wandsbeker CDU-Fraktion, der das Thema in die Bezirksversammlung einbrachte.

Imker appellieren an Behörden


„Das Jakobskreuzkraut gibt es in einer einheimischen und einer eingeschleppten Variante. Bei uns kann es sich jetzt explosionsartig verbreiten, weil viele Wiesen, die früher vor der Krautblüte gemäht wurden, aus angeblich ökologischen Gründen heute nicht mehr gemäht werden. Außerdem werden die Ackerränder durch die intensive Landwirtschaft immer ärmer an Blütenpflanzen. Deshalb weichen Bienen verstärkt auf das giftige Kraut aus“, berichtet Winfried Knaack (64), Vorsitzender des Imkervereins Bramfeld. Er begrüßt, dass auch die Hamburger Bezirksbehörden auf die Problematik aufmerksam gemacht werden: „Wir Imker appellieren an die zuständigen Behörden, das giftige Kraut möglichst aus öffentlichen Grünanlagen zu entfernen.“ Mit ihrem Antrag will die CDU zunächst einmal Informationen zur PAs-Lage vom Bezirksamt erhalten. Das Thema soll im bezirklichen Umweltausschuss behandelt werden.
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