Immer mehr Stolperfallen

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Unebene Gehwege sind im Bezirk – hier an der Pillauer Straße – keine Seltenheit Foto: tel

Bezirk Wandsbek verspricht Reparatur-Offensive. Stadt musste schon 720.000 Euro Schadensersatz zahlen

Von Michael Hertel
Bramfeld/Steilshoop
Eine Reparatur-Offensive gegen Stolperfallen auf Gehwegen verspricht der Leiter der Abteilung Straßen im Bezirksamt Wandsbek, Thorsten Hohenstein (62). Den Mitgliedern des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne stellte Hohenstein die derzeitige Situation schonungslos dar: „Wir kommen personell nicht hinterher. Auch andere Bezirke klagen.“ Laut Hohenstein zeigten sich jetzt vor allem Schäden durch die vielen Baumpflanzungen der Nachkriegszeit. Deren Wurzeln beschädigten besonders häufig die Gehwege und andere sogenannte Nebenflächen. Hohensteins Amt umfasst inklusive Bauhof rund 120 Mitarbeiter/innen. Erst kürzlich hatte der CDU-Verkehrsexperte in der Hamburger Bürgerschaft, Dennis Thering, mit einer Kleinen Anfrage an den Senat Mängel zutage gefördert. Mit gleicher Zielrichtung wollte die CDU-Bezirksfraktion vom Bezirksamt über die Situation in Wandsbek informiert werden. Danach werden immer häufiger Schilder aufgestellt, die auf unebene Gehwege hinweisen. Bemerkenswert: Fast alle derartigen Schilder, nämlich 164 von insgesamt 166, wurden nach der Auflistung des Senats bislang in Wandsbek aufgestellt – zwei weitere in Bergedorf. Allein in der Pillauer Straße (Wandsbek-Gartenstadt) prangen seit diesem Jahr 16 Hinweisschilder. Auch die Seumestraße und Börnestraße (Eilbek) sind mit jeweils 14 Hinweisschildern gepflastert. In anderen Bezirken ist diese Praxis offenbar noch nicht üblich. Das Aufstellen der Schilder hat laut Bezirksamt immerhin 12.000 Euro gekostet. Hintergrund: Seit 2011 gab es laut Senatsauskunft gegen die Stadt 223 Schadensersatzansprüche wegen Unfällen durch Stolperfallen. Die Stadt musste mehr als 720.000 Euro zahlen. Allein wegen entsprechender Vorfälle im Bezirk Wandsbek wurden 69 Schadensersatzansprüche erhoben, es kam zu Zahlungen von knapp 20.000 Euro. Hohenstein verspricht nun – ungeachtet des knappen Personals – Abhilfe. Zunächst werden ab September rund 4000 Meter Gehwege am Fritz-Flinte-Ring und Edwin-Scharff-Ring in Steilshoop saniert. Im kommenden Jahr will Wandsbek dann ein Nebenflächen-Programm starten. Hohenstein appellierte an die Bezirkspolitiker, sein Amt nicht zusätzlich mit Anträgen und Beschlüssen zuzuschütten. Das würde die Bautätigkeit nicht beschleunigen sondern noch mehr Personal an den Schreibtischen binden. Hohenstein versprach außerdem, zum Ende kommenden Jahres eine Zwischenbilanz über die Nebenflächen-Sanierung vorzulegen.
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