Imtech-Mitarbeiter bangen um Job

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Das Imtech-Haus an der Hammer Straße Foto: Imtech

Firma hat Insolvenz angemeldet. Noch wird auf Baustellen gearbeitet

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Die Lage ist ernst. Die Mitarbeiter sind verunsichert. Die Firma „Imtech-Deutschland“ musste in diesem Monat Insolvenz anmelden. Betroffen sind rund 500 Beschäftigte in Wandsbek an den Standorten in der Hammer Straße 32 und in der Tilsiter Straße 162. Insgesamt fürchten 4000 Menschen in Deutschland bei Imtech um ihren Job.
Royal Imtech ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit Sitz in Gouda (Niederlande). Der Konzern ist unter anderem in den Sparten Gebäude-, Daten- und Sicherheitstechnik tätig. Weltweit hat Imtech etwa 22.000 Mitarbeiter. Von der Insolvenz sind über 900 Baustellen betroffen. Noch wird dort gearbeitet.
Zu den Imtech-Baustellen gehört auch der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld. Die Eröffnung des Flughafens, nach langen Verzögerungen jetzt für das zweite Halbjahr 2017 geplant, könnte sich nun durch die Imtech-Insolvenz nochmals verzögern.
Hinter den Kulissen wird im Hauptsitz der Deutschland-Zentrale in der Hammer Straße hart gearbeitet. Der vorläufigen Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt kämpft um den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Der Insolvenzantrag wurde am 6. August gestellt.  Anlass dafür soll ein Schuldenberg von 21 Millionen Euro sein, den der niederländische Mutterkonzern seiner Tochtergesellschaft „Imtech Deutschland“ vorenthält. Außerdem geriet die Firma in den Verdacht der Korruption und anderer krimineller Machenschaften. In einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ heißt es: „Gegen ehemalige Manager der Firma ermitteln gleich drei Staatsanwaltschaften wegen unterschiedlicher Delikte.“ Es geht unter anderem um den Verdacht auf Untreue, Bestechung, Preisabsprachen, Bilanzfälschungen, um merkwürdige Firmenübernahmen, Manipulationen von Jahresabschlüssen und dubiose Kredite. Auch beim Bau des Berliner Flughafens sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Die Imtech-Konzern war seit 2010 Namenssponsor des HSV. In dieser Zeit hieß das HSV-Stadion Imtech-Arena. Doch nachdem im Januar dieses Jahres Klaus-Michael Kühne die Namensrechte erwarb, kann die Arena wieder „Volksparkstation“ genannt werden.
Im Foyer der Firma stehen, geschützt vor Wind und Wetter, die Original-Löwen des leider abgerissenen Wandsbeker Schlosses. Da die Löwen unter Denkmalschutz stehen, besteht keine Gefahr, dass sie in die Insolvenzmasse einbezogen werden, sollte die Firma „Imtech Deutschland“ tatsächlich ganz aufgelöst werden.
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